(Fortsetzung des Jahresrückblicks 2024)
Passagen
Die erste Ausfahrt lief nicht wie erhofft. In Travemünde beugte ich mich ungeschickt vor und fiel über Bord. Das Boot trieb vor dem Wind auf eine stählerne Fähre zu. Mein einziger Gedanke: „Das ist meine erste und letzte Yacht …“ Zum Glück blieb es bei der Wartung der Rettungsweste und der Reparatur des Vorstevens. Bei der nächsten Ausfahrt wollte ich einfach nur Kaffee, Wind und Sonnenuntergang genießen. Mutiger geworden, wagte ich mich an die ersten nächtlichen Ausfahrten und verliebte mich unerwartet in ihre Stimmung. So arbeitete ich mich Schritt für Schritt bis zu einer 40 Seemeilen langen, einhändig gesegelten Passage zum Ankerplatz vor Neustadt vor – bei Regen und Gewitter. Dabei zeigte sich eine Lücke in meinem Wissen übers Reffen.
Im Juni stand eines der größten maritimen Feste an – die Kieler Woche. Zusammen mit Grigori nutzte ich die Gelegenheit, einen Rundgang über den Marinestützpunkt zu machen und bei der abschließenden Parade der Yachten mitzusegeln.
Im Juli ging es nach Großbritannien. Dort absolvierte ich einen intensiven Praxiskurs RYA Coastal Skipper, bei dem ich zum ersten Mal im Leben erfuhr, was Seekrankheit ist. Außerdem erhielt ich dort das Erste-Hilfe-Zertifikat RYA First Aid.
Zurück zu Hause segelte ich meine bisher längste Einhandpassage: 16 Stunden und 85 Seemeilen von Lübeck nach Kiel. Dort ließ ich die Yacht für 200 € einen Monat liegen und gönnte mir eine Pause, fand aber trotzdem Zeit, mit Freunden und Kollegen segeln zu gehen. Zurück ging es Ende August durch die dänische Inselwelt – Liegeplätze, Essen und Diesel kosteten zusammen gerade mal 100 €. Im Oktober segelte ich nach Wismar, um das Revier dort kennenzulernen.
Gefährliche Momente
- fiel beim Polieren von der Trittleiter – der Arm tut bis heute weh
- über Bord fiel – und der Wind trieb das Boot davon
- ging in Dänemark beinahe über Bord
- knallte gegen einen Stein
- lief auf Grund
Saisonende
Die Herbsttage vergingen im Trubel: Reparatur des Kompasses, Verstauen der Segel, Legen des Mastes, Auskranen und Einwintern der Yacht. Ein Gefühl der Leere kam trotzdem nicht auf – in ein paar Monaten bereite ich das Boot schon wieder auf die neue Saison vor.
Statistik
Laut meinem Profil bei SailTies bin ich 2024 an 27 Tagen 600 Seemeilen gesegelt. Das ist fast so viel wie in allen Jahren davor zusammen.
Der Kanal ist von 70 auf 170 Abonnenten gewachsen. Danke an alle, die sich für meine Erfahrungen und meine Texte interessieren. Mit vielen kam ich in privaten Nachrichten ins Gespräch: Ich gab Tipps zur Wahl der Yacht, zu Marinas, Werkstätten, Routen, Papierkram, Einwinterung und Reparaturen, wir sprachen über Ausbildung und seemännische Feinheiten. Anton kam für eine einwöchige Passage vorbei, und Grigori habe ich gefühlt alle ein, zwei Monate getroffen.
Nachwort
Dieses Jahr war Herausforderung und Inspiration zugleich. Jede Meile, jeder Tag, jede Schwierigkeit wurde zur Lektion – mal erfreulich, mal nervenaufreibend. Vor allem hat sich für mich wieder bestätigt: Bei Abenteuern auf See geht es nicht um Meilen oder Scheine, sondern um die wilde Freiheit, die das Meer schenkt.
#Bilanz
Passagen
Die erste Ausfahrt lief nicht wie erhofft. In Travemünde beugte ich mich ungeschickt vor und fiel über Bord. Das Boot trieb vor dem Wind auf eine stählerne Fähre zu. Mein einziger Gedanke: „Das ist meine erste und letzte Yacht …“ Zum Glück blieb es bei der Wartung der Rettungsweste und der Reparatur des Vorstevens. Bei der nächsten Ausfahrt wollte ich einfach nur Kaffee, Wind und Sonnenuntergang genießen. Mutiger geworden, wagte ich mich an die ersten nächtlichen Ausfahrten und verliebte mich unerwartet in ihre Stimmung. So arbeitete ich mich Schritt für Schritt bis zu einer 40 Seemeilen langen, einhändig gesegelten Passage zum Ankerplatz vor Neustadt vor – bei Regen und Gewitter. Dabei zeigte sich eine Lücke in meinem Wissen übers Reffen.
Im Juni stand eines der größten maritimen Feste an – die Kieler Woche. Zusammen mit Grigori nutzte ich die Gelegenheit, einen Rundgang über den Marinestützpunkt zu machen und bei der abschließenden Parade der Yachten mitzusegeln.
Im Juli ging es nach Großbritannien. Dort absolvierte ich einen intensiven Praxiskurs RYA Coastal Skipper, bei dem ich zum ersten Mal im Leben erfuhr, was Seekrankheit ist. Außerdem erhielt ich dort das Erste-Hilfe-Zertifikat RYA First Aid.
Zurück zu Hause segelte ich meine bisher längste Einhandpassage: 16 Stunden und 85 Seemeilen von Lübeck nach Kiel. Dort ließ ich die Yacht für 200 € einen Monat liegen und gönnte mir eine Pause, fand aber trotzdem Zeit, mit Freunden und Kollegen segeln zu gehen. Zurück ging es Ende August durch die dänische Inselwelt – Liegeplätze, Essen und Diesel kosteten zusammen gerade mal 100 €. Im Oktober segelte ich nach Wismar, um das Revier dort kennenzulernen.
Gefährliche Momente
- fiel beim Polieren von der Trittleiter – der Arm tut bis heute weh
- über Bord fiel – und der Wind trieb das Boot davon
- ging in Dänemark beinahe über Bord
- knallte gegen einen Stein
- lief auf Grund
Saisonende
Die Herbsttage vergingen im Trubel: Reparatur des Kompasses, Verstauen der Segel, Legen des Mastes, Auskranen und Einwintern der Yacht. Ein Gefühl der Leere kam trotzdem nicht auf – in ein paar Monaten bereite ich das Boot schon wieder auf die neue Saison vor.
Statistik
Laut meinem Profil bei SailTies bin ich 2024 an 27 Tagen 600 Seemeilen gesegelt. Das ist fast so viel wie in allen Jahren davor zusammen.
Der Kanal ist von 70 auf 170 Abonnenten gewachsen. Danke an alle, die sich für meine Erfahrungen und meine Texte interessieren. Mit vielen kam ich in privaten Nachrichten ins Gespräch: Ich gab Tipps zur Wahl der Yacht, zu Marinas, Werkstätten, Routen, Papierkram, Einwinterung und Reparaturen, wir sprachen über Ausbildung und seemännische Feinheiten. Anton kam für eine einwöchige Passage vorbei, und Grigori habe ich gefühlt alle ein, zwei Monate getroffen.
Nachwort
Dieses Jahr war Herausforderung und Inspiration zugleich. Jede Meile, jeder Tag, jede Schwierigkeit wurde zur Lektion – mal erfreulich, mal nervenaufreibend. Vor allem hat sich für mich wieder bestätigt: Bei Abenteuern auf See geht es nicht um Meilen oder Scheine, sondern um die wilde Freiheit, die das Meer schenkt.
#Bilanz
Original und DiskussionBeitrag in Telegram öffnen ↗