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Die Passage

Sønderborg – Fåborg

Tag 2. Der Wecker klingelte um 5:50 Uhr. Zum Frühstück gab es gekochte Eier, Instant-Haferbrei und 3-in-1-Kaffee. Diesmal setzte ich mehr Wasser auf, um gleich auch die Thermoskanne mit kochendem Wasser zu füllen. Das Wetter trug ich ins Logbuch ein.

27.08.2024, 0246 UTC, Belts and Sound
SW shifting SE later, Bft 3→4,
sea 0.5 meter


Abgelegt um 6:30 Uhr. Vollzeug gesetzt. Wir liefen hoch am Wind, fast genau auf die aufgehende Sonne zu, und hielten ungefähr 4,8 Knoten. Um 10:00 Uhr rundeten wir die Insel Als und änderten den Kurs.

Jetzt kam der Wind von achtern und fraß einen ganzen Knoten Fahrt. Wir beschlossen, die Genua auszubaumen. Für Anton war das neu, und er tat sich auf dem Vorschiff schwer, den verhedderten Spibaum klarzumachen. Ich sah mich um, schaltete den Autopiloten ein und ging zu ihm nach vorn. Zu zweit war es eng. Ich konzentrierte mich mit aller Kraft auf einen klemmenden Schäkel und verpasste die Welle, die uns leicht anhob. Mein Fuß stand auf einer Leine an der Fußreling und rutschte weg. Ich suchte nach Halt und spürte, wie mich der Stoß zur Seite warf. Mein Oberschenkel drückte gegen die Seereling. Den Bruchteil einer Sekunde später riss sie, und meine Beine flogen über Bord. Alles in mir zog sich zusammen. Mir stockte der Atem, ich brachte keinen Ton heraus. Meine Augen suchten panisch nach etwas zum Festhalten, während mein Körper Zentimeter für Zentimeter nach außen rutschte. Ich merke, dass ich das Vorstag erreichen kann, und greife mit der rechten Hand danach. Meine Füße hängen schon ganz im Meer. Ich ziehe mich ein Stück hoch und überlege, wie ich am besten wieder an Bord komme. In diesem Moment wacht Anton wie aus einem Traum auf, packt mich an der Schulter und zieht mich an Deck.

Mit zitternden Knien gehe ich zurück ins Cockpit. Für den Baum fehlen mir Kraft und Lust. Anton nimmt sich die Sache allein vor. Kaum steht der Baum, verändert sich die Form des Segels, und wir laufen einen halben Knoten schneller.

Mittags gab es Dosensuppe und Cracker.

Beim Einlaufen in Fåborg hielt ich angestrengt nach einem Liegeplatz Ausschau. Ich hatte keine Lust, für dänische Spielchen wieder das Doppelte zu zahlen wie in Sønderborg. Am Ende nahm ich die schmalste Box, die ich finden konnte. Die Yacht schrammte sogar mit beiden Seiten an den Holzpfählen entlang. Wir gingen zum Automaten und stellten fest … dass hier gar nicht nach Breite abgerechnet wird, sondern nur nach Bootslänge. Für unsere Größe waren es 32 €, Strom und Duschen extra.

In der Stadt aßen wir frische Meeresfrüchte, besuchten ein spannendes Naturmuseum, spazierten die alte Bahnstrecke entlang, schauten uns die Stadt in Miniatur an, kauften bei Netto ein und schlenderten an den traditionellen Segelschiffen am Kai vorbei. Zum Abendessen gab es Fischfrikadellen mit Schwarzbrot und Remoulade. Wie Anton diesen Tag erlebt hat, siehst du auf seinem Kanal.

29 Seemeilen. Den Track gibt es hier.

#Passage
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