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Aurora. Teil 3. Grundberührung, hundert Liter Wasser und Diesel in der Bilge
Morgens am Tanksteg
Am 2. September 2026 stand ich um fünf Uhr morgens auf. Am Vorabend hatte ich in Klintholm an der Dieseltankstelle festgemacht, jetzt musste ich den Platz räumen.
Ich startete den Motor. Der Wind kam von achtern und drückte das Boot an den Steg. Eigentlich hätte ich über die Vorspring ablegen und dabei das Heck vom Ponton wegdrehen müssen. Aber ich wollte nicht versehentlich den Bug zerkratzen. Außerdem war ich allein an Bord und hatte Angst, es nicht rechtzeitig zum Bug und zurück zu schaffen.
Also versuchte ich, nur unter Motor zu drehen. Während ich aufs Heck achtete, merkte ich nicht, wie der Wind mich auf die Steine zutrieb. Sie lagen nur etwa fünf Meter entfernt. Da rumpelte der Kiel schon über einen Stein, und der Rumpf saß fest auf Grund.
Das Boot bewegte sich in keine Richtung mehr. Das Ufer war außer Reichweite, also konnte ich auch keine Leine an Land bringen und mich mit der Winsch freiziehen. Hilflos stand ich im Cockpit und überlegte, was ich tun sollte.
Am anderen Ponton machten sich drei Boote zum Auslaufen fertig. Ich versuchte, mich bemerkbar zu machen, rief und winkte mit beiden Armen das Notzeichen. Ich holte sogar die Trillerpfeife heraus. Auf keinem der drei Boote schaute jemand in meine Richtung.
Nach etwa einer Viertelstunde drehte der Wind den Rumpf. Ich gab Gas rückwärts und kam aus eigener Kraft frei. Danach legte ich in aller Ruhe an. Wegen des schlechten Wetters würde ich hier mindestens vier Tage bleiben müssen.
Die Arbeitsliste
Schon die erste Passage hat mich ins Grübeln gebracht, was mir an Bord fehlt.
Die Verbraucherbatterien werden nicht vom Motor geladen. Ich will einen DC-DC-Lader Orion-Tr einbauen. Der ist aber für 30 A ausgelegt. Erst muss ich herausfinden, welchen Ladestrom die Lichtmaschine verkraftet. Vielleicht brauche ich einen Lader mit geringerem Strom oder eine stärkere Lichtmaschine.
Unter dem vorderen Fenster an Backbord läuft Wasser in den Salon. Ich muss die undichte Stelle finden, an sie herankommen, was wohl das Schwierigste ist, und sie abdichten.
Es gibt keinen elektronischen Windmesser. Ich möchte einen Windgeber im Masttop montieren und das Kabel nach innen führen. Bei der Gelegenheit baue ich gleich ein NMEA-2000-Netz auf.
Beim Kaltstart stößt der Motor eine weiße Rauchwolke aus. In der Motoranleitung stehen mehrere mögliche Ursachen, darunter verbranntes Öl. Für jeden Punkt gibt es dieselbe Empfehlung: ab in die Werkstatt.
Auch der Gasherd ließ sich nicht anzünden. Der Voreigner hatte gesagt, die Flasche sei noch halb voll, die Anzeige stand aber auf leer. Ich tauschte sie gegen die Reserveflasche und bekam damit, wie es aussieht, immerhin Wasser zum Kochen.
Einen Gasherd habe ich zum ersten Mal. Soweit ich verstanden habe, kann man die Flaschen hier an speziellen Stellen tauschen: Man gibt die leere ab, nimmt eine volle mit und zahlt nur für das Gas.
Der Tank mit der Gummikappe
Am 3. September wollte ich den Frischwassertank füllen. Wie üblich ließ ich den Schlauch im Einfüllstutzen stecken. Nach einer Weile entdeckte ich Wasser im Salon.
Es stellte sich heraus, dass der Tank oben mit einer Gummikappe abgedeckt ist, die an nichts befestigt ist. Das Wasser lief in die Bilge.
Dabei zeigte sich auch, dass die automatische Bilgepumpe nicht funktioniert. Strom kommt an, sie brummt, pumpt aber kein Wasser. Noch ist unklar, ob sie gereinigt, ersetzt oder tiefer gesetzt werden muss.
Ich musste das Wasser mit der Handpumpe abpumpen. Mit ihm kam jede Menge Diesel aus der Bilge. Um den Rumpf breitete sich ein Ölfilm aus. Mein kleiner Umweltunfall im Yachthafen. Hoffentlich merkt es keiner, und niemand kommt schimpfen.
Ich holte den Schlauch, fing an, das Boot zu waschen, und spritzte nebenbei rundherum Wasser, damit sich der Diesel von meiner Yacht weg verteilt.
Nach der ersten Passage hatte mich beunruhigt, wie schnell der Kraftstoff weg war. Jetzt kam noch ein Gedanke dazu: Vielleicht ist ein Teil davon in die Bilge gelaufen. Wie der Diesel dorthin kommt, muss ich noch herausfinden.
Bis Kiel waren es 160 Meilen. Bisher war ich nur 40 vorangekommen. Bis zum Ende der Woche verspricht Windy stürmisches Wetter. Mir bleibt nur, jeden Tag die Vorhersage zu prüfen und auf ein Wetterfenster zu hoffen.
#Passage
Morgens am Tanksteg
Am 2. September 2026 stand ich um fünf Uhr morgens auf. Am Vorabend hatte ich in Klintholm an der Dieseltankstelle festgemacht, jetzt musste ich den Platz räumen.
Ich startete den Motor. Der Wind kam von achtern und drückte das Boot an den Steg. Eigentlich hätte ich über die Vorspring ablegen und dabei das Heck vom Ponton wegdrehen müssen. Aber ich wollte nicht versehentlich den Bug zerkratzen. Außerdem war ich allein an Bord und hatte Angst, es nicht rechtzeitig zum Bug und zurück zu schaffen.
Also versuchte ich, nur unter Motor zu drehen. Während ich aufs Heck achtete, merkte ich nicht, wie der Wind mich auf die Steine zutrieb. Sie lagen nur etwa fünf Meter entfernt. Da rumpelte der Kiel schon über einen Stein, und der Rumpf saß fest auf Grund.
Das Boot bewegte sich in keine Richtung mehr. Das Ufer war außer Reichweite, also konnte ich auch keine Leine an Land bringen und mich mit der Winsch freiziehen. Hilflos stand ich im Cockpit und überlegte, was ich tun sollte.
Am anderen Ponton machten sich drei Boote zum Auslaufen fertig. Ich versuchte, mich bemerkbar zu machen, rief und winkte mit beiden Armen das Notzeichen. Ich holte sogar die Trillerpfeife heraus. Auf keinem der drei Boote schaute jemand in meine Richtung.
Nach etwa einer Viertelstunde drehte der Wind den Rumpf. Ich gab Gas rückwärts und kam aus eigener Kraft frei. Danach legte ich in aller Ruhe an. Wegen des schlechten Wetters würde ich hier mindestens vier Tage bleiben müssen.
Die Arbeitsliste
Schon die erste Passage hat mich ins Grübeln gebracht, was mir an Bord fehlt.
Die Verbraucherbatterien werden nicht vom Motor geladen. Ich will einen DC-DC-Lader Orion-Tr einbauen. Der ist aber für 30 A ausgelegt. Erst muss ich herausfinden, welchen Ladestrom die Lichtmaschine verkraftet. Vielleicht brauche ich einen Lader mit geringerem Strom oder eine stärkere Lichtmaschine.
Unter dem vorderen Fenster an Backbord läuft Wasser in den Salon. Ich muss die undichte Stelle finden, an sie herankommen, was wohl das Schwierigste ist, und sie abdichten.
Es gibt keinen elektronischen Windmesser. Ich möchte einen Windgeber im Masttop montieren und das Kabel nach innen führen. Bei der Gelegenheit baue ich gleich ein NMEA-2000-Netz auf.
Beim Kaltstart stößt der Motor eine weiße Rauchwolke aus. In der Motoranleitung stehen mehrere mögliche Ursachen, darunter verbranntes Öl. Für jeden Punkt gibt es dieselbe Empfehlung: ab in die Werkstatt.
Auch der Gasherd ließ sich nicht anzünden. Der Voreigner hatte gesagt, die Flasche sei noch halb voll, die Anzeige stand aber auf leer. Ich tauschte sie gegen die Reserveflasche und bekam damit, wie es aussieht, immerhin Wasser zum Kochen.
Einen Gasherd habe ich zum ersten Mal. Soweit ich verstanden habe, kann man die Flaschen hier an speziellen Stellen tauschen: Man gibt die leere ab, nimmt eine volle mit und zahlt nur für das Gas.
Der Tank mit der Gummikappe
Am 3. September wollte ich den Frischwassertank füllen. Wie üblich ließ ich den Schlauch im Einfüllstutzen stecken. Nach einer Weile entdeckte ich Wasser im Salon.
Es stellte sich heraus, dass der Tank oben mit einer Gummikappe abgedeckt ist, die an nichts befestigt ist. Das Wasser lief in die Bilge.
Dabei zeigte sich auch, dass die automatische Bilgepumpe nicht funktioniert. Strom kommt an, sie brummt, pumpt aber kein Wasser. Noch ist unklar, ob sie gereinigt, ersetzt oder tiefer gesetzt werden muss.
Ich musste das Wasser mit der Handpumpe abpumpen. Mit ihm kam jede Menge Diesel aus der Bilge. Um den Rumpf breitete sich ein Ölfilm aus. Mein kleiner Umweltunfall im Yachthafen. Hoffentlich merkt es keiner, und niemand kommt schimpfen.
Ich holte den Schlauch, fing an, das Boot zu waschen, und spritzte nebenbei rundherum Wasser, damit sich der Diesel von meiner Yacht weg verteilt.
Nach der ersten Passage hatte mich beunruhigt, wie schnell der Kraftstoff weg war. Jetzt kam noch ein Gedanke dazu: Vielleicht ist ein Teil davon in die Bilge gelaufen. Wie der Diesel dorthin kommt, muss ich noch herausfinden.
Bis Kiel waren es 160 Meilen. Bisher war ich nur 40 vorangekommen. Bis zum Ende der Woche verspricht Windy stürmisches Wetter. Mir bleibt nur, jeden Tag die Vorhersage zu prüfen und auf ein Wetterfenster zu hoffen.
#Passage
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