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Die Passage

Lübeck – Grömitz

Der 3. Oktober ist in Deutschland der Tag der Deutschen Einheit – der Nationalfeiertag zum Beitritt der DDR zur Bundesrepublik. Dieses Jahr fiel er auf einen Donnerstag, also nahm ich mir ein paar Tage frei für einen weiteren Segeltörn.

Hochfliegende Pläne: über Fehmarn nach Gedser in Dänemark, dort ein Fahrrad leihen, zu Biltema radeln, das laufende Gut erneuern, dann zurück nach Deutschland, aber nach Warnemünde bei Rostock, Wismar besuchen und zurück nach Lübeck. Eine Reise durch die ganze Mecklenburger Bucht.

Tag 1. Um 6 aufgestanden, um 11 an der Yacht. Umgezogen, die Zeiten für ☀️ Sonnenaufgang (07:30) und 🌒 Sonnenuntergang (19:00) notiert, dann noch ein Blick in den Shipping forecast:

03.10.2024, 0531 UTC, Western Baltic
until friday morning in the Western Baltic area strong winds are expected
NE 5 to 6, decreasing 4
sea first 1,5 meter


Um 12 ging es los. In Travemünde war gerade Drachenfest. Ich band in beide Segel das 2. Reff ein. Anfangs bliesen mir Böen bis 28 Knoten ins Gesicht. Mit der Besegelung war ich zufrieden. Die Pinne musste ich kaum anfassen, das Ruderblatt war völlig ohne Druck. Die Geschwindigkeit hielt sich bei 5,5–6 Knoten.

Ich kreuzte. Die Wellen liefen nicht mit dem Wind. Auf dem Schlag nach Nordwest nahm ich die Kämme an Steuerbord, auf dem Schlag nach Osten bohrte sich der Bug hinein, und das kostete einen halben Knoten.

Der Wind ließ allmählich nach. Erst auf 22 Knoten. Dann auf 18. Schließlich auf 13. Stellenweise auf 10. Ich rollte die Genua ganz aus, um wenigstens irgendwie 5 Knoten Fahrt zu halten.

Wegen des Kreuzens kam ich auf dem Generalkurs nicht besonders weit. Im Kopf spielte ich verschiedene Routenänderungen durch, auch die Möglichkeit, in die Nacht hineinzusegeln. Den Ausschlag gab aber ein Faktor, an den ich gar nicht gedacht hatte. Um 18:30 ging die Sonne unter und hielt die Kälte nicht mehr zurück, die durch 3 Lagen Kleidung und ein Wärmepad drang. Ich bog eilig in die nächste Marina ab, nach Grömitz.

Die Marina ist groß, geschützt und komfortabel. Leider kann man nur beim Hafenmeister bezahlen, und der arbeitet von 8 bis 16 Uhr. Zum Glück sind die Sanitäranlagen kostenlos, heiße Duschen ohne Limit inklusive.

30 Seemeilen geschafft. Den Track gibt es hier.

#Passage
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