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Ich bin zufrieden mit dem Wechsel auf die neue Yacht. Sogar glücklich mit ihr.
Bei der Besichtigung sah es so aus, als gäbe es an ihr kaum etwas zu tun. Vieles, was ich irgendwann einmal auf der Rassvet einbauen wollte, war hier schon da: Windfahnensteuerung, erneuertes Rigg, eine bequeme Pantry, Kühlschrank und ein großer Tisch, an dem man vernünftig arbeiten kann. Blieb nur noch, das Boot abzuholen und loszusegeln.
Auf den ersten 160 Meilen ist die Arbeitsliste deutlich länger geworden.
Fast zwei Wochen Leben an Bord
Vom 1. bis 11. September 2026 habe ich die Aurora von Dänemark nach Kiel überführt. Mit dem Wetter hatte ich richtig Pech: Ich musste in Marinas abwettern und jeden Tag in der Vorhersage nach einer Gelegenheit suchen, weiterzukommen. Zusammen mit den Vorbereitungen vor dem Ablegen waren es fast zwei Wochen an Bord.
Auf Passage war ich insgesamt 36 Stunden. Die übrige Zeit habe ich richtig auf dem Boot gelebt: gearbeitet, gekocht, mich mit seiner Technik vertraut gemacht. Dann tat sich ein Wetterfenster auf, und ich zog in die nächste Marina weiter.
Dieses gemächliche Leben auf dem Wasser hat mir sehr gefallen. Natürlich hatte ich nicht immer Lust, herumzusitzen und darauf zu warten, dass der Wind nachlässt. Aber auf der Yacht zu wohnen und ab und zu den Ort zu wechseln, war wirklich schön.
Auf der ganzen Strecke habe ich 160 Seemeilen mit durchschnittlich 4,4 Knoten zurückgelegt. Am meisten ist mir das weiche Seeverhalten in Erinnerung geblieben. Gegen die Welle hob und senkte mich die Aurora ganz gelassen. Genau diesen Komfort hatte ich mir von ihr erhofft.
Was noch ansteht
Das größte Problem ist bisher der Dieselverbrauch. Ich habe viel zu oft getankt, mit nur einem Gedanken: bloß nicht ohne Sprit dastehen. Die Lecks sind schon gefunden. Ich hoffe, dass es besser wird, sobald die Kupferdichtringe und Schlauchschellen ersetzt sind.
Auch die Geschwindigkeit beschäftigt mich. Auf der Rassvet war ich es gewohnt, allein unter Genua schneller zu segeln, und bisher habe ich den Eindruck, ein Stück Tempo gegen Komfort eingetauscht zu haben. Urteilen will ich darüber aber erst in der neuen Saison, wenn ich mich gründlich um das Unterwasserschiff gekümmert habe. Im Moment möchte ich noch glauben, dass sie einfach bewachsen ist.
Außerdem muss ich das Anlegen neu lernen. Die Manöver, die ich von der Rassvet gewohnt bin, klappen mit der langkieligen Aurora nicht. Nach drei Anläufen in meine eigene Box war ziemlich klar, wie viel Übung mir noch fehlt. Auf See fühle ich mich mit ihr wohl, am Steg ist mir noch etwas mulmig.
Bis das Boot so ist, wie ich es haben will, gibt es definitiv viel zu tun. Und gewöhnen muss ich mich nicht nur an ihre Systeme, sondern auch daran, wie sie sich bewegt und auf das reagiert, was ich tue.
Menschen an meiner Seite
Es ist sehr schön, wenn man Menschen um sich hat, die mit Rat und Tat helfen. Grischa hat mich in Kiel in Empfang genommen und bemerkt, dass ich unbewusst Ruder wegnehme. Danach hat er mir einen ganzen Workshop an meinem eigenen Motor gegeben. Wir haben ihn laufen lassen, geschaut, nach Lecks gesucht. Seitdem verstehe ich ihn viel besser.
Für diese Hilfe bin ich sehr dankbar. Ein neues Boot gemeinsam kennenzulernen, hat richtig Spaß gemacht.
Die Aurora fühlt sich schon an wie meine. Sie ist genau das Boot, das ich immer wollte. Und jetzt weiß ich sicher, dass ich viele Jahre bei ihr bleiben werde.
P.S. Danke für die Idee mit den Comics an Kapitän Reggie. Soll ich sie beibehalten und weiterentwickeln?