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Reparatur und Wartung

Aurora. Teil 5. Workshop am eigenen Motor

Heißer Diesel

Kaum hatten Grischa und ich uns nach dem Anlegen in Kiel entspannt, sagte er, es rieche stark nach heißem Diesel. Wir nahmen die Bodenbretter hoch und suchten, woher es läuft. Wir fanden ölige Rinnsale, die von den Dichtscheiben der Kraftstoffanschlüsse an den Einspritzdüsen herunterliefen. Wir verabredeten, uns das übermorgen genauer anzusehen.

Am Sonntag bekam ich einen richtigen Workshop zur Kraftstoffanlage. Und zwar an meinem eigenen Motor, was besonders schön ist. Wir haben ihn gestartet, die Drehzahl verändert und ihn mit den Hebeln direkt am Motor abgestellt, ohne die Fernbedienung. Die Keilriemen haben wir nachgespannt, indem wir Lichtmaschine und Seewasserpumpe verschoben haben.

Diesel sickerte an den Anschlüssen der zweiten und dritten Einspritzdüse. Dort müssen die Kupferdichtringe unter den Schrauben ersetzt werden. Ein weiteres Leck fand sich am Ausgang des Kraftstofffilters. Wir haben die Schlauchschelle nachgezogen, besser wäre es aber, sie und den Schlauch gleich zu ersetzen.

Am Anschluss des Auspuffrohrs tropfte etwas Wasser. Die Schelle war zu groß, es muss eine kleinere her. Und unter dem Deckel des Entlüfters, also der Kurbelgehäuseentlüftung, traten Gase aus. Die Dichtung muss neu. Bei der Gelegenheit sollte ich auch den Gas- und Schalthebel etwas schmieren.

Der Ölstand lag genau in der Mitte zwischen den beiden Markierungen am Messstab. In der nächsten Saison werde ich genau beobachten, wie er sich von Start zu Start verändert.

Außerdem stellte sich heraus, dass mein 3GM30 eine Zweikreiskühlung hat. Im Motor zirkuliert Kühlflüssigkeit, und das Seewasser kühlt sie über einen Wärmetauscher.

Das war richtig gut. Der bis dahin fremde Motor ist mir viel verständlicher geworden. Ich bin sehr dankbar für diese Hilfe.

Danach packten wir etwa zehn Taschen mit allerlei Kram, der mit dem Boot zu mir gekommen war, und brachten sie zu mir nach Hause.

Zwei Endstopper für je 20 €

Ein Problem blieb noch. Vor der letzten Passage wollte ich die Aurora endlich einmal unter Großsegel und Genua gleichzeitig ausprobieren. Aber einer der Endstopper am Großschot-Traveller war gebrochen, und ich musste die Idee aufgeben. Mit dem Traveller lässt sich der Anschlagpunkt der Großschot quer zum Boot verschieben.

Zu Hause habe ich Schiene, Endstopper und Schlitten mit dem Messschieber vermessen. Bei mir ist ein altes Ronstan-System RF1293 verbaut, mit einer etwa 27 mm breiten Doppel-T-Schiene. Es wirkt ausgesprochen solide, so etwas habe ich in keinem Laden gesehen. Keine der modernen Varianten, die ich gefunden habe, passte von den Maßen. Ich überlegte schon, den Schlitten auszutauschen, um das Großsegel in der nächsten Saison wenigstens irgendwie nutzen zu können.

Doch ganz zufällig hatte ein österreichischer Vertriebspartner noch drei Endstopper Ronstan RF1287 für mein System übrig. Man gab mir den Kontakt zu einem deutschen Laden, der mit ihm zusammenarbeitet. Jetzt liegen zwei neue Endstopper auf meinem Tisch.

Das Erfreuliche: nur 20 € pro Stück. Und dem Aussehen nach steckt in ihnen etwa dreimal so viel Metall wie in den modernen.

#Wartung

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