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Die Passage

Kiel – Sønderborg

Tag 1. Aufgestanden um 4:50 Uhr. Wasser aufgesetzt, 3-in-1-Kaffee und Instant-Haferbrei vorbereitet, zwei gekochte Eier auf den Tisch gelegt. Während das Wasser heiß wurde, schrieb ich den Shipping Forecast mit.

26.08.2024, 0331 UTC, Western Baltic
H1023 from West Germany moves to Russia
H1024 from Biscay moves to East Germany
SW backing↺ S, Bft 4→5, decreasing⇩ about 3,
locally showers squalls, sea 1 meter


Die Vorhersage versprach viel Wind, wenn auch von achtern. Schon seit meinem Kurs zum RYA Day Skipper 2022 habe ich eine eigene Faustformel für die Segelkonfiguration:
- Bft 1–3 oder 1–10 Knoten Wind: Spinnaker
- Bft 4 oder 10–15 Knoten Wind: Vollzeug
- Bft 5 oder 15–20 Knoten Wind: 1. Reff
- Bft 6 oder 20–27 Knoten Wind: 2. Reff
- Bft 7–8 oder 27–40 Knoten Wind: 3. Reff oder Sturmbesegelung
- Bft 9 oder mehr als 40 Knoten: bleib zu Hause
Und seit einem Vortrag von Alexander Guskow weiß ich, dass das Vorsegel weniger gerefft sein sollte als das Großsegel.
Also habe ich auch diesmal das zweite Reff ins Groß und das erste in die Genua genommen.

Stellen, an denen man besonders aufpassen muss: der Verkehr vor Eckernförde, Kappeln und Sønderborg. Außerdem beginnen bei Sønderborg die Flachwassergebiete, da heißt es auf die Kardinalzeichen achten.

In der Kieler Bucht war wenig Wind. Anton ging in den Salon, um Deutsch zu lernen. Auf dem offenen Wasser frischte es auf, und wir kamen auf 5,5–6,5 Knoten. Die Reffs waren offensichtlich gut gewählt.

Das Zweite, was ich in England gelernt habe, ist eine Esskultur an Bord. Frühstück um 6:00 Uhr, Ablegen um 7:00 Uhr. Um 9:00 Uhr ging ich nach unten, setzte Teewasser auf und holte Haferriegel heraus. Um 11:30 Uhr machte ich eine thailändische Dosensuppe warm und füllte die Thermoskanne mit Tee, den wir zusammen mit Salzstangen bis zur Ankunft tranken. Heißer Tee muss immer griffbereit sein, damit die Crew nicht friert.

Gegen Ende der Passage gingen wir höher an den Wind. Der Windmesser zeigte mehrmals bis zu 28 Knoten. Der Autopilot kam nicht mehr hinterher, also steuerte ich bis in die Marina von Hand an der Pinne. Um 14:00 Uhr waren wir fest.

40 Seemeilen in 7 Stunden. Den Track gibt es hier.

#Passage
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