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Reparatur und Wartung

Holz an Bord

Holzpflege auf einer Yacht ist eine Geschichte für sich. Vor zwei Jahren habe ich gleich bei der ersten Hochdruckwäsche einen Teil des alten Lacks von den Holzteilen außen heruntergestrahlt. Damals beschloss ich, mich nicht mit Lack herumzuschlagen und es testweise mit Teaköl zu versuchen.

Das erste Ergebnis gefiel mir sofort. Die Farbe wurde tief, Wasser perlte fast ab wie von Keramik, und die Oberfläche blieb matt und nicht zu rutschig. Gleichzeitig kam aber auch die erste praktische Erkenntnis. Ein paar Tropfen Öl landeten auf dem Gelcoat, und ich habe sie nie wieder herausbekommen. Fast ein Jahr lebte ich mit diesen Flecken, bis ich die Farbe an Deck erneuert hatte. Vielleicht waren genau sie das leise Argument dafür, das ganze Boot neu zu streichen.

Nach ein paar Monaten war vom schönen Öleffekt kaum noch etwas übrig. Anders als von den Flecken auf dem Gelcoat. Das Holz wurde wieder grau, und es war klar, dass Öl regelmäßige Pflege braucht. In meiner Realität hieß das: neue Dosen, neue Lappen und neue Chancen, irgendetwas dorthin zu kleckern, wo es sich für lange Zeit häuslich einrichtet.

Arbeiten unter Deck


Dieses Jahr beschloss ich, zum Lack zurückzukehren. Es gab zwei Arten von Arbeit. Die Holzteile außen mussten aufgefrischt werden, und für den Innenraum brauchte ich ein paar neue Teile. Unter Deck war die Leiste gebrochen, die die Matratzenkante hielt.

Als Ersatz kaufte ich im Baumarkt eine Birkenleiste in passender Breite und Stärke. Mit dem Multitool kürzte ich sie auf Länge, dann rundete ich mit dem Schleifer und einer P240-Scheibe die Kanten ab.

Damit die helle Birke neben dem alten Mahagoni nicht fremd wirkte, nahm ich Epifanes Mahagoni Beize. Ich trug sie mit einem Schaumstoffpinsel in drei Schichten auf jede Seite auf. Nach dem Trocknen lackierte ich die Teile mit dem seidenmatten Innenlack Epifanes Seidenglanzlack Klar. Insgesamt drei Schichten. Zwischen den Schichten mattierte ich die Oberfläche leicht mit einem Scotch-Brite-Schleifvlies P320, damit die nächste Schicht besser hält.

Nach dem Einbau der Leisten war das Ergebnis besser als erwartet. Echtes Mahagoni wurden sie natürlich nicht. Aber unter Deck fügten sie sich ruhig ein und stritten nicht mit den Originalflächen. Für ein neues Teil ist das fast schon ein Kompliment.

Die Außenteile


Draußen war die Arbeit weniger dekorativ und dafür zäher.

1. Alles, was sich abbauen ließ, habe ich abgebaut. Was fest montiert war, klebte ich mit Malerband ab.
2. Wo das Holz gerissen war, verklebte ich es mit Zweikomponenten-Epoxidkleber aus der Spritze und spannte es mit Zwingen ein.
3. Danach probierte ich einen Teakreiniger und -aufheller. Was das bringen soll, habe ich nicht verstanden. Auf dem Holz bildete sich ein weißlicher Film, der an den Fingern hängen blieb.
4. Am Ende lief alles aufs Schleifen hinaus. Ich ging die Flächen mit dem Schleifer und P240 bis auf frisches, gleichmäßiges Holz durch. Graue Adern sollte man besser nicht stehen lassen. Unter Lack werden sie deutlicher und sehen aus wie dunkle Streifen. Auf die Haltbarkeit hat das kaum Einfluss, aber die Optik leidet.
5. Nach dem Schleifen begann ich mit dem glänzenden Bootslack Epifanes Blanke Bootlak Vernis mit UV-Filter. Eine Schicht pro Tag. Vor jeder neuen Schicht mattierte ich die vorherige leicht mit Schleifvlies, damit sie besser haftet. Insgesamt drei Schichten.
6. Die Pinne hängte ich separat auf und lackierte sie gründlicher. Sie bekam fünf Schichten, weil sie ständig in der Hand ist.

Eine perfekt glatte Oberfläche wie unter klarem Gießharz wollte ich gar nicht. Wenn man jede Schicht völlig plan schleift, bekommt man fast einen Möbeleffekt. Ich wollte die Holzfaser aber noch spüren. Also mattierte ich ohne Fanatismus und versuchte nicht, die ganze Struktur wegzuschleifen.

Was ich gelernt habe


Theoretisch sollte Lack pflegeleichter sein als Öl. Schon deshalb, weil er länger hält. Wenn die Beschichtung irgendwo beschädigt ist, kann man die Stelle lokal anschleifen und eine neue Schicht auftragen, ohne die ganze Geschichte von vorn zu beginnen.

Die Arbeit selbst war weder kompliziert noch schwer, aber langsam. Eine Schicht, einen Tag warten, leicht mattieren, nächste Schicht. Lack mag keine Eile.

Dafür hat sich das Warten gelohnt. Frisch lackiertes Holz verändert sofort das Gefühl für das Boot. Es sieht nicht einfach repariert aus, sondern gepflegt. Ein paar dünne Lackschichten bringen nicht nur Schutz, sondern auch das Gefühl, dass innen und außen wieder alles zu einem Ganzen gehört.

#Wartung
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