(Ergänzung zum vorherigen Beitrag)
In den letzten paar Jahren habe ich am Rumpf herumgewerkelt, die Nachbarn beobachtet, alles gelesen, was mir in die Finger kam, und mir die Ratschläge alter Hasen angehört. Dabei hat sich ein eigenes Bild ergeben: was zu tun ist, warum und in welcher Reihenfolge. Ich habe beschlossen, alles an einer Stelle zu sammeln, damit ich es selbst nicht vergesse … und vielleicht hilft es ja jemandem.
🧼 Antifouling
Das ist eine spezielle Farbe, die verhindert, dass Meeresorganismen am Rumpf anwachsen. Es gibt mehrere Grundtypen:
• Ablativ (Ablative). Wird nach und nach abgetragen wie Kreide und nimmt den Bewuchs mit. Die günstigste Variante, verschleißt aber schnell (in 4–6 Monaten) und ungleichmäßig – besonders am Bug und am Ruder. Der Abrieb passiert schon bei leichtem Schaukeln, nicht nur in Fahrt.
• Selbstpolierend (Self-Polishing Copolymer). Löst sich in Fahrt durch Hydrolyse im Wasser auf. Das ist der beliebteste Typ für Segelyachten. Allerdings muss er jedes Jahr erneuert werden und wirkt schlecht, wenn das Boot lange still liegt.
• Hart (Hard). Enthält viele Biozide, die bei starker Reibung am Wasser freigesetzt werden. Geeignet für schnelle Boote (ab 10 Knoten). Nachteile: Alte Schichten lassen sich schwer entfernen, Risse sind möglich.
• Silikon (Foul-Releasing). Bildet eine glatte Oberfläche, von der Bewuchs leicht abgleitet. Umweltfreundlich, aber teuer, verlangt exakte Einhaltung der Verarbeitungsvorgaben und regelmäßiges Segeln, damit es wirksam bleibt.
• Kupfer (CopperCoat). Besteht aus Kupferpulver, gemischt mit Epoxidharz. Diese Beschichtung wird alle 10 Jahre aufgetragen und braucht praktisch keine Pflege. Aber Vorsicht: Das Material ist sehr giftig, in manchen Ländern verboten, teuer und muss besonders sorgfältig aufgetragen werden.
🧱 Grundierung
Direkt auf dem Rumpf hält keine Farbe gut. Deshalb braucht es eine Zwischenschicht. Das kann entweder eine verträgliche alte Farbschicht sein (die Hersteller veröffentlichen meist Verträglichkeitstabellen) oder eine Grundierung. Zum Beispiel der Einkomponenten-Primer Hempel One-Component Underwater Primer.
🧪 Epoxid-Sperrschicht
Weder Antifouling noch Einkomponenten-Grundierung schützen den Rumpf vor Osmose. Dafür wird der Rumpf mit mehreren (meist 4–6) Schichten Zweikomponenten-Epoxidgrundierung beschichtet. Doch mit der Zeit kann selbst diese Beschichtung reißen. Deshalb empfiehlt es sich, alle 8–12 Jahre die alten Schichten bis aufs blanke Laminat zu entfernen und alles neu aufzubauen. Das ist mühsam, kommt aber auf lange Sicht billiger, als die Folgen von Osmose zu beheben.
🛠 Rumpfreparatur
Eine glatte Oberfläche ist nicht nur für die Geschwindigkeit wichtig, sondern auch gegen Bewuchs. Nach dem Entfernen der Epoxidschicht sieh dir das Unterwasserschiff genau an, spachtle Macken mit Epoxid-Füller zu, entferne bei Bedarf beschädigte Stellen im Laminat und baue sie neu auf. Erst dann geht es ans Streichen.
Vielleicht lese ich diesen Beitrag in ein paar Saisons noch einmal und stelle fest, dass ich alles falsch gemacht habe. Aber Stand heute ist das mein Weg. Langsam, staubig und von Kopf bis Fuß mit Epoxid verschmiert.
#Wartung
In den letzten paar Jahren habe ich am Rumpf herumgewerkelt, die Nachbarn beobachtet, alles gelesen, was mir in die Finger kam, und mir die Ratschläge alter Hasen angehört. Dabei hat sich ein eigenes Bild ergeben: was zu tun ist, warum und in welcher Reihenfolge. Ich habe beschlossen, alles an einer Stelle zu sammeln, damit ich es selbst nicht vergesse … und vielleicht hilft es ja jemandem.
🧼 Antifouling
Das ist eine spezielle Farbe, die verhindert, dass Meeresorganismen am Rumpf anwachsen. Es gibt mehrere Grundtypen:
• Ablativ (Ablative). Wird nach und nach abgetragen wie Kreide und nimmt den Bewuchs mit. Die günstigste Variante, verschleißt aber schnell (in 4–6 Monaten) und ungleichmäßig – besonders am Bug und am Ruder. Der Abrieb passiert schon bei leichtem Schaukeln, nicht nur in Fahrt.
• Selbstpolierend (Self-Polishing Copolymer). Löst sich in Fahrt durch Hydrolyse im Wasser auf. Das ist der beliebteste Typ für Segelyachten. Allerdings muss er jedes Jahr erneuert werden und wirkt schlecht, wenn das Boot lange still liegt.
• Hart (Hard). Enthält viele Biozide, die bei starker Reibung am Wasser freigesetzt werden. Geeignet für schnelle Boote (ab 10 Knoten). Nachteile: Alte Schichten lassen sich schwer entfernen, Risse sind möglich.
• Silikon (Foul-Releasing). Bildet eine glatte Oberfläche, von der Bewuchs leicht abgleitet. Umweltfreundlich, aber teuer, verlangt exakte Einhaltung der Verarbeitungsvorgaben und regelmäßiges Segeln, damit es wirksam bleibt.
• Kupfer (CopperCoat). Besteht aus Kupferpulver, gemischt mit Epoxidharz. Diese Beschichtung wird alle 10 Jahre aufgetragen und braucht praktisch keine Pflege. Aber Vorsicht: Das Material ist sehr giftig, in manchen Ländern verboten, teuer und muss besonders sorgfältig aufgetragen werden.
🧱 Grundierung
Direkt auf dem Rumpf hält keine Farbe gut. Deshalb braucht es eine Zwischenschicht. Das kann entweder eine verträgliche alte Farbschicht sein (die Hersteller veröffentlichen meist Verträglichkeitstabellen) oder eine Grundierung. Zum Beispiel der Einkomponenten-Primer Hempel One-Component Underwater Primer.
🧪 Epoxid-Sperrschicht
Weder Antifouling noch Einkomponenten-Grundierung schützen den Rumpf vor Osmose. Dafür wird der Rumpf mit mehreren (meist 4–6) Schichten Zweikomponenten-Epoxidgrundierung beschichtet. Doch mit der Zeit kann selbst diese Beschichtung reißen. Deshalb empfiehlt es sich, alle 8–12 Jahre die alten Schichten bis aufs blanke Laminat zu entfernen und alles neu aufzubauen. Das ist mühsam, kommt aber auf lange Sicht billiger, als die Folgen von Osmose zu beheben.
🛠 Rumpfreparatur
Eine glatte Oberfläche ist nicht nur für die Geschwindigkeit wichtig, sondern auch gegen Bewuchs. Nach dem Entfernen der Epoxidschicht sieh dir das Unterwasserschiff genau an, spachtle Macken mit Epoxid-Füller zu, entferne bei Bedarf beschädigte Stellen im Laminat und baue sie neu auf. Erst dann geht es ans Streichen.
Vielleicht lese ich diesen Beitrag in ein paar Saisons noch einmal und stelle fest, dass ich alles falsch gemacht habe. Aber Stand heute ist das mein Weg. Langsam, staubig und von Kopf bis Fuß mit Epoxid verschmiert.
#Wartung
Original und DiskussionBeitrag in Telegram öffnen ↗