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An Bord kommst du nur auf eine Weise: Die Yacht muss sich ans Ufer oder an ein anderes Boot schmiegen. Dieser Vorgang heißt „Anlegen“ und wird oft zu einem kleinen Abenteuer: Mit etwas Glück kommst du mit dem Schrecken davon, wenn nicht – mit tiefen Kratzern, nicht nur in der Erinnerung, sondern auch am Rumpf. So wie vor einem Jahr, als ich über Bord fiel und die Yacht dem Wind überließ, der sie genüsslich an einer stählernen Fähre entlangscheuerte. Das hat mir damals die Laune für die ganze Saison verdorben.
Warum sind Macken gefährlich?
Der Rumpf der meisten Yachten besteht aus Epoxidharz, verstärkt mit vielen Lagen Glasgewebe. Manchmal kommt ein Sperrholzkern dazu. Durch Osmose dringt Wasser ins Material ein, die Glasfaserlagen delaminieren, und das Sperrholz fault. Um das zu verhindern, bekommt der Rumpf eine Schutzschicht, zum Beispiel ein Zweikomponenten-Gelcoat. Kratzer und Macken beschädigen diese Schicht und setzen den Rumpf der Umwelt aus.
Schnelle Reparatur
Gleich nachdem die Kratzer entstanden waren, versuchte ich, sie aufzufüllen – mit Gelcoat. Doch wegen seiner flüssigen Konsistenz hält es an senkrechten Flächen schlecht und läuft herunter wie dicker Honig. Außerdem braucht es mehr als +15 °C und trocknet dann 1–2 Wochen. Bei kaltem Wetter ist damit praktisch nicht zu arbeiten. Keine Ahnung, wie andere das hinbekommen. Ich jedenfalls habe beschlossen, diesen Winter eine gründliche Reparatur zu machen, und dafür draufgezahlt, um die Yacht in einer trockenen Halle einzulagern.
Vorbereitung
Zuerst müssen die Schäden aufgeweitet und um 1 mm vertieft werden. Dafür habe ich mir ein Multifunktionswerkzeug Dremel 4250 für 90 € gekauft. Ein tolles Gerät, auch wenn ihm Beleuchtung und Ausblasfunktion fehlen.
Spachteln
Wegen der niedrigen Temperaturen habe ich statt Gelcoat Epoxidspachtel von Hempel für 26 € verwendet. Er trocknet in zwei Tagen bei +5...+10 °C, lässt sich gut an senkrechten Flächen verarbeiten, braucht danach aber eine Schutzschicht Hempel Light Primer. Der Spachtel war sehr zäh: Wenn ich ihn mit einem japanischen Flachspachtel auftrug, füllte er die Rillen wunderbar, doch beim Abheben des Spachtels kam ein Teil der Masse wieder mit und legte die Ränder der Rillen frei. Am Ende musste ich mit Überschuss auftragen und kleine „Hügel“ stehen lassen.
Schleifen
Nach dem Trocknen wird die Oberfläche mit Körnung 180–240 plan geschliffen, wobei die Schleifscheibe immer vollflächig aufliegen sollte, damit alles eben bleibt. Der Staub kann dich dabei in dichten Nebel hüllen – ein am Schleifer angeschlossener Sauger, Schutzbrille und Atemschutzmaske mit Filter sind also Pflicht.
Fehler und Lehren
1. Die Leute von der Werft wiesen mich darauf hin, dass die Ränder der Rillen sanft auslaufen müssen, damit sich der Spachtel eben auftragen lässt. Bei mir waren es senkrechte Wände, was die weitere Arbeit erschwerte. Sie haben mir sogar auf ein Stück Holz gezeichnet, wie es richtig geht – und sofort war klar, was ich falsch gemacht hatte.
2. Ich habe das Epoxid nicht gründlich genug mit dem Härter vermischt. Das führte zu zwei Problemen:
- Die Mischung war zu dick, dadurch entstanden Blasen, die beim Schleifen aufgingen
- In der Mischung steckten kleine „Reiskörner“ aus nicht verrührtem Material, die beim Schleifen herausplatzten
Wer hätte gedacht, dass das simple Anmischen von Epoxid so schwierig sein kann?
Trotz der Mängel war es eine wichtige Erfahrung: Die Yacht ist noch besser geworden, und ich habe viel Neues und Nützliches gelernt.
#Wartung
Warum sind Macken gefährlich?
Der Rumpf der meisten Yachten besteht aus Epoxidharz, verstärkt mit vielen Lagen Glasgewebe. Manchmal kommt ein Sperrholzkern dazu. Durch Osmose dringt Wasser ins Material ein, die Glasfaserlagen delaminieren, und das Sperrholz fault. Um das zu verhindern, bekommt der Rumpf eine Schutzschicht, zum Beispiel ein Zweikomponenten-Gelcoat. Kratzer und Macken beschädigen diese Schicht und setzen den Rumpf der Umwelt aus.
Schnelle Reparatur
Gleich nachdem die Kratzer entstanden waren, versuchte ich, sie aufzufüllen – mit Gelcoat. Doch wegen seiner flüssigen Konsistenz hält es an senkrechten Flächen schlecht und läuft herunter wie dicker Honig. Außerdem braucht es mehr als +15 °C und trocknet dann 1–2 Wochen. Bei kaltem Wetter ist damit praktisch nicht zu arbeiten. Keine Ahnung, wie andere das hinbekommen. Ich jedenfalls habe beschlossen, diesen Winter eine gründliche Reparatur zu machen, und dafür draufgezahlt, um die Yacht in einer trockenen Halle einzulagern.
Vorbereitung
Zuerst müssen die Schäden aufgeweitet und um 1 mm vertieft werden. Dafür habe ich mir ein Multifunktionswerkzeug Dremel 4250 für 90 € gekauft. Ein tolles Gerät, auch wenn ihm Beleuchtung und Ausblasfunktion fehlen.
Spachteln
Wegen der niedrigen Temperaturen habe ich statt Gelcoat Epoxidspachtel von Hempel für 26 € verwendet. Er trocknet in zwei Tagen bei +5...+10 °C, lässt sich gut an senkrechten Flächen verarbeiten, braucht danach aber eine Schutzschicht Hempel Light Primer. Der Spachtel war sehr zäh: Wenn ich ihn mit einem japanischen Flachspachtel auftrug, füllte er die Rillen wunderbar, doch beim Abheben des Spachtels kam ein Teil der Masse wieder mit und legte die Ränder der Rillen frei. Am Ende musste ich mit Überschuss auftragen und kleine „Hügel“ stehen lassen.
Schleifen
Nach dem Trocknen wird die Oberfläche mit Körnung 180–240 plan geschliffen, wobei die Schleifscheibe immer vollflächig aufliegen sollte, damit alles eben bleibt. Der Staub kann dich dabei in dichten Nebel hüllen – ein am Schleifer angeschlossener Sauger, Schutzbrille und Atemschutzmaske mit Filter sind also Pflicht.
Fehler und Lehren
1. Die Leute von der Werft wiesen mich darauf hin, dass die Ränder der Rillen sanft auslaufen müssen, damit sich der Spachtel eben auftragen lässt. Bei mir waren es senkrechte Wände, was die weitere Arbeit erschwerte. Sie haben mir sogar auf ein Stück Holz gezeichnet, wie es richtig geht – und sofort war klar, was ich falsch gemacht hatte.
2. Ich habe das Epoxid nicht gründlich genug mit dem Härter vermischt. Das führte zu zwei Problemen:
- Die Mischung war zu dick, dadurch entstanden Blasen, die beim Schleifen aufgingen
- In der Mischung steckten kleine „Reiskörner“ aus nicht verrührtem Material, die beim Schleifen herausplatzten
Wer hätte gedacht, dass das simple Anmischen von Epoxid so schwierig sein kann?
Trotz der Mängel war es eine wichtige Erfahrung: Die Yacht ist noch besser geworden, und ich habe viel Neues und Nützliches gelernt.
#Wartung
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