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Refit-Geschichte / Rassvet · Ohlson 29

Wie die Rassvet gelb wurde

Vom alten Gelcoat und den Kratzern bis zu gelben Bordwänden, weißem Deck und neuer Antirutschfläche. Zwei Monate Arbeit in der Halle – mit Fehlern, Einkaufslisten und Freude am Ergebnis.

Eintrag vom 17. März 2025

Kratzer und Macken beseitigen

Schäden aufweiten, mit Epoxidspachtel füllen und die Oberfläche glätten. Die ersten Fehler beim Anmischen und Tipps von den Werftleuten.

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Kratzer an der Yacht

An Bord kommst du nur auf eine Weise: Die Yacht muss sich ans Ufer oder an ein anderes Boot schmiegen. Dieser Vorgang heißt „Anlegen“ und wird oft zu einem kleinen Abenteuer: Mit etwas Glück kommst du mit dem Schrecken davon, wenn nicht – mit tiefen Kratzern, nicht nur in der Erinnerung, sondern auch am Rumpf. So wie vor einem Jahr, als ich über Bord fiel und die Yacht dem Wind überließ, der sie genüsslich an einer stählernen Fähre entlangscheuerte. Das hat mir damals die Laune für die ganze Saison verdorben.

Warum sind Macken gefährlich?
Der Rumpf der meisten Yachten besteht aus Epoxidharz, verstärkt mit vielen Lagen Glasgewebe. Manchmal kommt ein Sperrholzkern dazu. Durch Osmose dringt Wasser ins Material ein, die Glasfaserlagen delaminieren, und das Sperrholz fault. Um das zu verhindern, bekommt der Rumpf eine Schutzschicht, zum Beispiel ein Zweikomponenten-Gelcoat. Kratzer und Macken beschädigen diese Schicht und setzen den Rumpf der Umwelt aus.

Schnelle Reparatur
Gleich nachdem die Kratzer entstanden waren, versuchte ich, sie aufzufüllen – mit Gelcoat. Doch wegen seiner flüssigen Konsistenz hält es an senkrechten Flächen schlecht und läuft herunter wie dicker Honig. Außerdem braucht es mehr als +15 °C und trocknet dann 1–2 Wochen. Bei kaltem Wetter ist damit praktisch nicht zu arbeiten. Keine Ahnung, wie andere das hinbekommen. Ich jedenfalls habe beschlossen, diesen Winter eine gründliche Reparatur zu machen, und dafür draufgezahlt, um die Yacht in einer trockenen Halle einzulagern.

Vorbereitung

Zuerst müssen die Schäden aufgeweitet und um 1 mm vertieft werden. Dafür habe ich mir ein Multifunktionswerkzeug Dremel 4250 für 90 € gekauft. Ein tolles Gerät, auch wenn ihm Beleuchtung und Ausblasfunktion fehlen.

Spachteln

Wegen der niedrigen Temperaturen habe ich statt Gelcoat Epoxidspachtel von Hempel für 26 € verwendet. Er trocknet in zwei Tagen bei +5...+10 °C, lässt sich gut an senkrechten Flächen verarbeiten, braucht danach aber eine Schutzschicht Hempel Light Primer. Der Spachtel war sehr zäh: Wenn ich ihn mit einem japanischen Flachspachtel auftrug, füllte er die Rillen wunderbar, doch beim Abheben des Spachtels kam ein Teil der Masse wieder mit und legte die Ränder der Rillen frei. Am Ende musste ich mit Überschuss auftragen und kleine „Hügel“ stehen lassen.

Schleifen

Nach dem Trocknen wird die Oberfläche mit Körnung 180–240 plan geschliffen, wobei die Schleifscheibe immer vollflächig aufliegen sollte, damit alles eben bleibt. Der Staub kann dich dabei in dichten Nebel hüllen – ein am Schleifer angeschlossener Sauger, Schutzbrille und Atemschutzmaske mit Filter sind also Pflicht.

Fehler und Lehren

1. Die Leute von der Werft wiesen mich darauf hin, dass die Ränder der Rillen sanft auslaufen müssen, damit sich der Spachtel eben auftragen lässt. Bei mir waren es senkrechte Wände, was die weitere Arbeit erschwerte. Sie haben mir sogar auf ein Stück Holz gezeichnet, wie es richtig geht – und sofort war klar, was ich falsch gemacht hatte.
2. Ich habe das Epoxid nicht gründlich genug mit dem Härter vermischt. Das führte zu zwei Problemen:
- Die Mischung war zu dick, dadurch entstanden Blasen, die beim Schleifen aufgingen
- In der Mischung steckten kleine „Reiskörner“ aus nicht verrührtem Material, die beim Schleifen herausplatzten
Wer hätte gedacht, dass das simple Anmischen von Epoxid so schwierig sein kann?

Trotz der Mängel war es eine wichtige Erfahrung: Die Yacht ist noch besser geworden, und ich habe viel Neues und Nützliches gelernt.

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Eintrag vom 24. März 2025

Vom Gelcoat zum gelben Rumpf

Beschläge abbauen, Gelcoat schleifen und grundieren. Dann drei Wochen Lackieren – weißes Deck und gelbe Bordwände, mit Läufern und Nacharbeit.

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Rumpf lackieren

Meine Yacht hat noch ihr originales Gelcoat von 1975 – oxidiert und vom Zahn der Zeit gezeichnet. Über die Jahre hat sich darauf eine ganze Sammlung von Macken und Kratzern angesammelt, die bis aufs Glasfasergewebe gehen. An einigen davon bin ich selbst schuld. Ich wollte das Boot auffrischen und vor allem einen alten Traum erfüllen: eine gelbe Yacht! Da ich um die Tücken von Zweikomponenten-Systemen wusste, entschied ich mich für einen Einkomponentenlack. Für einen so unerfahrenen Segler wie mich ist das viel einfacher. Nach dem Vergleich der Produkte von Hempel, International und Epifanes fiel meine Wahl auf die letztgenannte Marke, einfach weil die Anleitung von Epifanes verständlicher war als die der anderen.

Vorbereitung
Eine Liste gemacht und alles Nötige gekauft. Soweit möglich behob ich Kratzer und Macken im Gelcoat. Alles abgebaut, was sich abbauen ließ: Backskistendeckel, Griffe, Schlösser, Luken. Das Unterwasserschiff mit Malerkrepp abgeklebt und alle Holz- und Metallteile abgedeckt.

Gelcoat schleifen
Zuerst musste der Schleifer an den Sauger. Ich fühlte mich alt, denn zum ersten Mal seit Langem musste ich eine Bedienungsanleitung lesen. Dafür weiß ich jetzt, dass man beim Schleifen den geheimnisvollen Schieber am Schlauch ein Stück öffnen muss – wozu der gut ist, war mir seit meiner Kindheit ein Rätsel. Das Ganze dauerte drei Tage und verbrauchte über hundert Schleifscheiben mit Körnung 320 und einen Schleifschwamm für schwer erreichbare Stellen. Mit der frisch gekauften Makita BO5041 war ich zufrieden. Ein Nachbar ließ mich seine Mirka ausprobieren – die schleift schneller und effektiver, aber mit der Makita ermüdet die Hand weniger, weil man sie seitlich greifen kann. Außerdem habe ich drei Sorten Scheiben getestet und gemerkt: Je dichter das Material, desto besser das Ergebnis. Am besten schnitten die Scheiben aus Keramik-Aluminiumoxid ab. Nach dem Schleifen habe ich den Rumpf mit Hempel Pre-clean Cleaner gewaschen und mit Epifanes Fibreglass Prep Cleaner entfettet.

Grundierung
Diese Etappe war für mich die schwierigste und die fehlerreichste. Buchstäblich jeder Handgriff machte Probleme. Zuerst habe ich die ganze Yacht nicht besonders sorgfältig mit Epifanes Multi Marine Primer grundiert, wodurch Unebenheiten und Läufer entstanden. Beim Schleifen setzte die Grundierung die Scheiben schnell zu, verklumpte und zerkratzte die Oberfläche. Und als ich den Rumpf mit Epifanes Fibreglass Prep Cleaner entfettete, rollte sich die Grundierung stellenweise zu Klümpchen auf, die an Lehm erinnerten. Am Ende hatte ich die Unebenheiten nicht beseitigt, sondern noch neue dazubekommen.

Lackieren
Diese Etappe hat mich völlig aus der Bahn geworfen und mir klargemacht, dass ich mich gewaltig überschätzt hatte.

Drei Wochen lang habe ich jeden Freitag die Oberfläche mit einer Paste poliert, deren Körnung 400er-Schleifpapier entspricht. Parallel habe ich die Grundierungsfehler von Hand mit Schleifpapier derselben Körnung geglättet. Gearbeitet habe ich von 9 Uhr morgens bis 9 Uhr abends, und am Ende des Tages wurde die Oberfläche wieder mit Epifanes Fibreglass Prep Cleaner entfettet.

Die Samstage gingen für den weißen Anstrich des Decks drauf: Kajütbereich, Aufbau und Vorschiff. Dann bin ich auf die Leiter umgestiegen und habe von außen die Seitendecks und die Seiten des Aufbaus gestrichen. Pro Schicht gingen etwa anderthalb Dosen Epifanes Mono-urethane zu je 750 ml drauf.

Die Sonntage gehörten dem gelben Anstrich der Bordwände. Auch hier brauchte ich etwa 1,5 Dosen pro Schicht. Einmal fiel die Farbwanne herunter – und wie beim Butterbrot natürlich mit der Farbseite nach unten. Ein schönes Beispiel dafür, warum man immer eine Reservedose haben und nie alles auf einmal in die Wanne kippen sollte.

So bin ich vorgegangen: Mit der Rolle einen Streifen Farbe auftragen, ihn dann kreuzweise über die Fläche verteilen und zum Schluss mit leichten waagerechten Zügen die Schichtdicke ausgleichen.

(Fortsetzung im nächsten Beitrag)
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Eintrag vom 24. März 2025

Werkzeug, Material und Kosten

Fortsetzung des Beitrags übers Streichen: die komplette Einkaufsliste, Abdecken, Grundierung, Farbe und Eindrücke vom fertigen Rumpf.

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(Fortsetzung, Anfang im vorherigen Beitrag)

Was ich für die Arbeiten brauchte

Werkzeug zum Schleifen:
• 1 × 127 €: Exzenterschleifer Makita BO5041
• 1 × 12 €: Mirka Protective Pad, Durchmesser 125 mm, 33 Löcher
• 1 × 95 €: Sauger Bosch UniversalVac 15
• 1 × 10 €: Universaladapter vom Sauger zum Schleifer
Gesamt: 244 €

Vorbereitung der Oberfläche:
• 1 × 5 €: Malerkrepp 3M Masking Tape TOP TAPE
• 1 × 23 €: Reiniger Hempel Pre-clean Cleaner
• 1 × 10 €: Wischtücher
• 1 × 6 €: Plastikeimer, 10 Liter
Gesamt: 44 €

Persönliche Schutzausrüstung:
• 1 × 10 €: Verstärkte Latexhandschuhe, 3 Paar
• 1 × 14 €: Schutzbrille 3M
• 1 × 39 €: Atemschutzmaske 3M
• 1 × 16 €: Schutzanzug 3M
• 1 × 11 €: Stirnlampe
• 1 × 7 €: Anti-Fog Spray für die Brille – ohne beschlägt sie
• 1 × 5 €: Verstärkte Überschuhe, 10 Paar
Gesamt: 102 €

Farbe und Grundierung:
• 1 × 45 €: Polierpaste Menzerna Fast Gloss FG 400, 1 l
• 125 × 0,22 €: Schleifscheiben, 125 mm, Klett, Körnung P320, Keramik-Aluminiumoxid
• 25 × 0,22 €: Schleifscheiben, 125 mm, Klett, Körnung P240, Keramik-Aluminiumoxid
• 1 × 0,5 €: Schleifschwamm, Körnung 400
• 1 × 0,5 €: Schleifschwamm, Körnung 180
• 1 × 35 €: Entfetter Epifanes Fibreglass Prep Cleaner
• 1 × 18 €: Verdünnung Epifanes Paint Thinner, 1 l
• 2 × 31 €: Grundierung Epifanes Multi Marine One-Component Primer, weiß, 0,75 l
• 5 × 39 €: Lack Epifanes Mono-urethane, gelb, 0,75 l
• 5 × 39 €: Lack Epifanes Mono-urethane, weiß, 0,75 l
• 1 × 18 €: Lack Epifanes One-Component High-Gloss Waterline, schwarz, 0,25 l
• 6 × 2,25 €: Farbwanne
• 2 × 1,10 €: Rollenbügel
• 10 × 0,80 €: Schaumstoffrolle
Gesamt: 625 €

Das Ergebnis
Eine Yacht zu lackieren ist nicht nur eine optische Auffrischung, sondern auch ein zusätzlicher Schutz für das GFK, und die Pflege des Rumpfs wird deutlich einfacher. Künftig reicht es, alle 5–10 Jahre die Oberfläche leicht anzuschleifen und eine neue Schicht aufzutragen. Und das jährliche Polieren fällt weg – einfach mit Wasser abwaschen genügt. Bin ich mit dem Ergebnis zufrieden? Im Großen und Ganzen ja. Aus der Nähe sieht man natürlich die Spuren meiner Fehler. Vielleicht behebe ich sie in ein paar Jahren, aber schon jetzt wird mir warm ums Herz, wenn ich meine gelbe Schönheit ansehe.

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Eintrag vom 2. April 2025

Deck rutschfest machen

Auswahl von KiwiGrip, Abkleben, Schleifen und Strukturieren der Oberfläche. Zum Schluss kommen Luken und Decksbeschläge wieder an ihren Platz.

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Antirutschbeschichtung

Die Messe Düsseldorf Boat Show bot mir die Gelegenheit, verschiedene Antirutschbeschichtungen selbst zu begutachten. Epifanes verkaufte Polypropylen-Kügelchen zum Einmischen in die Farbe oder gleich fertige Farbe mit solchen Kügelchen. Mit so etwas hatte ich schlechte Erfahrungen gemacht: Vor einigen Jahren war ich beim Training an der Moskauer Segelakademie auf einem Boot mit genau so einer Beschichtung und habe mir beim Mann-über-Bord-Manöver die Handflächen aufgeschürft und meine Apple Watch zerkratzt. Keine schöne Erinnerung – diese Variante war sofort raus.

Gleich nebenan war der Stand von Kiwi Grip, und ich ging neugierig hin, um mir deren Beschichtung anzusehen. Die Oberfläche fühlte sich angenehm an und sah gut aus – das hat mich endgültig überzeugt.

Was ich brauchte
• Für 196 € habe ich ein Set mit 4 Litern weißer Antirutschbeschichtung von Kiwi Grip gekauft. Dazu gehörten 4 Beutel Farbe zu je 1 Liter, eine Strukturrolle und eine ausführliche Anleitung in mehreren Sprachen. Für mein Boot brauchte ich genau 3 Liter. Interessant: In der Marina fanden sich gleich vier Leute, die schon mit dieser Beschichtung gearbeitet hatten und sehr zufrieden waren. Das gab mir noch mehr Zuversicht.
• Pinsel für 2 €
• Schleifmaschine mit Scheibe (Körnung 80)
• Schleifschwamm (Körnung 80) für 0,50 €
• Spiritus und ein Lappen (immer an Bord)
• Rollenbügel für 1 €
• Set persönlicher Schutzausrüstung

Auftragen
1. Die Flächen mit Malerkrepp abgeklebt. Dieser Schritt war überraschend aufwendig und hat einen guten halben Tag gekostet.
2. Die Oberfläche mit Körnung 80 angeschliffen. Das meiste mit der Maschine – und erstaunlicherweise brauchte ich nur eine einzige Scheibe. Schwierige Stellen habe ich von Hand mit dem Schleifschwamm nachgearbeitet. Insgesamt etwa drei Stunden.
3. Die Oberfläche mit meinem restlichen Epifanes Fibreglass Prep Cleaner gereinigt und entfettet, Spiritus tut es aber auch. Dauerte etwa 30 Minuten.
4. Den Farbbeutel gut durchgeschüttelt (etwa 10 Minuten).
5. Ein paar dicke Kleckse Farbe auf die vorbereitete Fläche gedrückt.
6. Die Farbe mit dem Pinsel gleichmäßig verteilt. Das ist der entscheidende Punkt: Ist die Schicht zu dünn, wird die Struktur schwach. Eine zu dicke Schicht dagegen gibt Blasen und Unebenheiten, in denen sich der Schmutz sammelt.
7. Mit der Rolle vorsichtig und sehr langsam die Struktur aufgebracht. Sobald ich nur etwas schneller wurde, gab es Blasen und Spritzer – das erschwerte die Arbeit und saute alles ringsum ein. Das Streichen dauerte etwa 5 Stunden.
8. Laut Anleitung kann man die Beschichtung schon am nächsten Tag betreten, für ein besseres Ergebnis sollte sie aber länger trocknen, bei kühlem, feuchtem Wetter und ohne direkte Sonne. In meiner Halle waren es +12 Grad bei etwa 70 % Luftfeuchtigkeit. Ich kam nach einem Tag zurück aufs Boot.
9. Das Malerkrepp entfernt – schwieriger als gedacht: Das Band riss ständig, ich musste es mit einem Schraubenzieher und den Fingernägeln anheben. Das dauerte fast 6 Stunden, und am Ende hatte ich geschundene Finger und einen ganzen 30-Liter-Sack voller Klebebandfetzen.
10. Luke, Backskistendeckel, Lüftungsgitter und die übrige Ausrüstung wieder montiert. Jede Schraube habe ich großzügig mit einem UV-beständigen, seewassertauglichen Dichtstoff eingesetzt. Normalerweise nehme ich Sikaflex 591, diesmal habe ich das vergleichbare Tikalflex Contact 12 ausprobiert.

Eindrücke
Als ich fertig war und mir das Ergebnis genau ansah, überwältigten mich die Gefühle. Zwei Monate Arbeit – in einem einzigen Moment voll und ganz gerechtfertigt. Fotos können dieses Gefühl nicht wiedergeben, aber mir blieb vor Glück und Begeisterung buchstäblich die Luft weg. Ein Marina-Mitarbeiter kam vorbei, sah sich das Deck an und fragte, ob ich stolz auf meine Arbeit sei. Da wurde mir klar: und wie!

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Eintrag vom 14. April 2025

Unterwasserschiff erneuern

Schleifen bis auf eine glatte Grundierung, Wasserlinie vorbereiten und zwei Anstriche Antifouling vor dem Einwassern.

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Unterwasserschiff streichen

Der vielleicht wichtigste Schritt bei der Vorbereitung des Bootes auf die neue Saison ist das Erneuern des Antifoulings. Es soll verhindern, dass sich Meeresorganismen am Unterwasserschiff ansiedeln. Was ist schon schlimm an ein paar Muscheln oder Algen? Doch sie bringen nicht nur zusätzliches Gewicht, sie kosten auch spürbar Fahrt. Ich habe schon erzählt, wie ein bewachsener Rumpf und Propeller die Geschwindigkeit meiner Yacht auf ein Fünftel gedrückt haben.

Der erste Schritt: die Oberfläche gründlich vorbereiten. Die alte Farbschicht war hart und uneben geworden, stellenweise sah man noch Abdrücke von Seepocken. Die Farbe hatte einen gelblich-grünlichen Stich angenommen, als wäre die Fläche mit Schleim überzogen. Um all das loszuwerden, muss das Unterwasserschiff geschliffen werden. Ich habe letztes Jahr mit einem billigen Schleifer von Bosch gearbeitet, und das Ganze dauerte vier Tage – in einer dichten Wolke giftigen Staubs. Er fraß sich in die Haut und fand seinen Weg sogar durch Schutzbrille und Atemschutzmaske.

In dieser Saison wollte ich es mir leichter machen und nahm die stärkere Makita BO5041, angeschlossen an einen Industriesauger Bosch UniversalVac 15. Ein voller Erfolg: An einem einzigen Tag war alles geschliffen, und Staub gab es praktisch keinen. Geschliffen habe ich bis auf eine gleichmäßige graue Schicht – die Grundierung, aufgetragen in der vergangenen Saison.

Arbeitsschritte
(Die Zeiten gelten für etwa +10 °C. Bei anderen Bedingungen schau in die Herstellerangaben.)
1. Geber und Sensoren mit Malerkrepp abkleben.
2. Das Unterwasserschiff mit P80 schleifen. Die Dauer hängt vom Zustand der alten Beschichtung und von der Leistung des Werkzeugs ab – von einigen Stunden bis zu ein paar Tagen.
3. Die Fläche mit Hempel Pre-clean Cleaner waschen. Ich habe 50 ml auf 1 Liter Wasser verdünnt – das reichte für etwa ein Drittel des Rumpfs, bis die Lösung trüb wurde.
4. (Nicht zwingend, aber ich empfehle es) Beschädigte Stellen mit Epoxidgrundierung behandeln. Wenn Reiniger und Epoxidschicht vollständig getrocknet sind, eine Einkomponenten-Grundierung auftragen. Besonders auf die Kanten an der Wasserlinie, die Verbindung von Kiel und Rumpf und vorstehende Teile achten – die bekommen beim Schleifen am meisten ab. Trockenzeit: mindestens 8 Stunden.
5. Zwei Schichten selbstpolierendes Antifouling auftragen – frühestens einen Monat und spätestens 8 Stunden vor dem Einwassern. Zwischen den Schichten 8 Stunden Pause.
6. Nicht vergessen, das Malerkrepp abzuziehen.

Material und Kosten
• 25 × 0,22 €: Schleifscheiben (125 mm, P80, Keramik-Aluminiumoxid)
• 0,15 × 23 €: Reiniger Hempel Pre-clean Cleaner (1 l)
• 0,5 × 24,00 €: Grundierung Hempel One-Component Underwater Primer (0,75 l)
• 1 × 130,00 €: Selbstpolierendes Antifouling Hempel Mille NCT (2,5 l für zwei Schichten)
• 3 × 2,25 €: Farbwanne
• 4 × 0,80 €: Schaumstoffrolle
• 1 × 1,10 €: Rollenbügel
• 1 × 14,50 €: Teleskopstiel für den Bügel
Gesamt: 196,22 €

Das ist wirklich das Minimum – ohne diese Arbeit droht das Boot buchstäblich innerhalb von vier bis sechs Wochen zuzuwachsen. Wichtig: Antifouling wirkt nur im Wasser. An Land verliert es nach und nach seine Wirkung, schon nach einem Monat ist es praktisch nutzlos. Deshalb wird das Unterwasserschiff in Gegenden, wo die Boote an Land überwintern, jedes Jahr behandelt. Wo die Boote das ganze Jahr im Wasser bleiben, macht man das alle zwei Jahre und holt das Boot dafür für ein paar Tage an Land.

Fazit
Es war meine zweite Saisonvorbereitung. Aus den Fehlern vom letzten Mal habe ich gelernt, das Werkzeug passt, alles lief deutlich effizienter. Eigentlich alles im Griff. Und doch saß mir trotz Erfahrung und klarem Plan eine leichte Aufregung in der Brust. Vielleicht erinnert gerade sie daran, dass eine Yacht nicht einfach Technik ist, sondern eine lebendige Geschichte, die sich nie wiederholt.

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Eintrag vom 21. April 2025

Erfahrung an einem Ort zusammentragen

Nachtrag zur Geschichte des Unterwasserschiffs: Beobachtungen zu Anstrichen, Epoxidschutz und zur Reihenfolge der Arbeiten.

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Pflege des Unterwasserschiffs
(Ergänzung zum vorherigen Beitrag)

In den letzten paar Jahren habe ich am Rumpf herumgewerkelt, die Nachbarn beobachtet, alles gelesen, was mir in die Finger kam, und mir die Ratschläge alter Hasen angehört. Dabei hat sich ein eigenes Bild ergeben: was zu tun ist, warum und in welcher Reihenfolge. Ich habe beschlossen, alles an einer Stelle zu sammeln, damit ich es selbst nicht vergesse … und vielleicht hilft es ja jemandem.

🧼 Antifouling
Das ist eine spezielle Farbe, die verhindert, dass Meeresorganismen am Rumpf anwachsen. Es gibt mehrere Grundtypen:
• Ablativ (Ablative). Wird nach und nach abgetragen wie Kreide und nimmt den Bewuchs mit. Die günstigste Variante, verschleißt aber schnell (in 4–6 Monaten) und ungleichmäßig – besonders am Bug und am Ruder. Der Abrieb passiert schon bei leichtem Schaukeln, nicht nur in Fahrt.
• Selbstpolierend (Self-Polishing Copolymer). Löst sich in Fahrt durch Hydrolyse im Wasser auf. Das ist der beliebteste Typ für Segelyachten. Allerdings muss er jedes Jahr erneuert werden und wirkt schlecht, wenn das Boot lange still liegt.
• Hart (Hard). Enthält viele Biozide, die bei starker Reibung am Wasser freigesetzt werden. Geeignet für schnelle Boote (ab 10 Knoten). Nachteile: Alte Schichten lassen sich schwer entfernen, Risse sind möglich.
• Silikon (Foul-Releasing). Bildet eine glatte Oberfläche, von der Bewuchs leicht abgleitet. Umweltfreundlich, aber teuer, verlangt exakte Einhaltung der Verarbeitungsvorgaben und regelmäßiges Segeln, damit es wirksam bleibt.
• Kupfer (CopperCoat). Besteht aus Kupferpulver, gemischt mit Epoxidharz. Diese Beschichtung wird alle 10 Jahre aufgetragen und braucht praktisch keine Pflege. Aber Vorsicht: Das Material ist sehr giftig, in manchen Ländern verboten, teuer und muss besonders sorgfältig aufgetragen werden.

🧱 Grundierung
Direkt auf dem Rumpf hält keine Farbe gut. Deshalb braucht es eine Zwischenschicht. Das kann entweder eine verträgliche alte Farbschicht sein (die Hersteller veröffentlichen meist Verträglichkeitstabellen) oder eine Grundierung. Zum Beispiel der Einkomponenten-Primer Hempel One-Component Underwater Primer.

🧪 Epoxid-Sperrschicht
Weder Antifouling noch Einkomponenten-Grundierung schützen den Rumpf vor Osmose. Dafür wird der Rumpf mit mehreren (meist 4–6) Schichten Zweikomponenten-Epoxidgrundierung beschichtet. Doch mit der Zeit kann selbst diese Beschichtung reißen. Deshalb empfiehlt es sich, alle 8–12 Jahre die alten Schichten bis aufs blanke Laminat zu entfernen und alles neu aufzubauen. Das ist mühsam, kommt aber auf lange Sicht billiger, als die Folgen von Osmose zu beheben.

🛠 Rumpfreparatur
Eine glatte Oberfläche ist nicht nur für die Geschwindigkeit wichtig, sondern auch gegen Bewuchs. Nach dem Entfernen der Epoxidschicht sieh dir das Unterwasserschiff genau an, spachtle Macken mit Epoxid-Füller zu, entferne bei Bedarf beschädigte Stellen im Laminat und baue sie neu auf. Erst dann geht es ans Streichen.

Vielleicht lese ich diesen Beitrag in ein paar Saisons noch einmal und stelle fest, dass ich alles falsch gemacht habe. Aber Stand heute ist das mein Weg. Langsam, staubig und von Kopf bis Fuß mit Epoxid verschmiert.

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Eintrag vom 11. Mai 2026

Nach einer Saison noch einmal streichen

Wasserpass höher setzen, Schäden an Bordwänden und weißem Deck ausbessern, KiwiGrip nach den neuen Rumpfarbeiten wiederherstellen.

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Farbe bekennen

Nach den Arbeiten am Rumpf war die Farbe fast überall beschädigt, wo ich herangekommen war. An Deck waren Spuren von Dichtmasse und Grundierung geblieben. Am Schanzkleid sah man blankes Epoxid. Auf dem Antirutschbelag klebte Harz. Am gelben Rumpf zeigten sich Kratzer nach dem Stoß in der Schleuse. Entlang der alten Wasserlinie hatten sich Seepocken angesiedelt. Am Kiel zeigte sich stellenweise blankes Metall.

Da musste etwas passieren. Nicht für Hochglanz wie auf der Bootsmesse, sondern damit das Boot wenigstens nicht mehr wie eine Werkstatt aussah.

Neue Wasserlinie


Zuerst zeichnete ich die neue Wasserlinie an. Ein Mitarbeiter der Bootswerft zeigte mir, dass man die Linie besser in einem Zug zieht und nicht in kurzen Stücken. Klingt einfach, solange du nicht mit Malerband in der Hand vor einem neun Meter langen Rumpf stehst.

Ausgerichtet habe ich nach Augenmaß. Als neue Höhe nahm ich die Linie, bis zu der die Seepocken in der Saison hochgewachsen waren. Keine Ingenieursmethode, aber eine gute Orientierung: Wenn das Meer schon gezeigt hat, wo es gern wohnt, sollte man das berücksichtigen.

Danach schliff ich mit 80er-Körnung die gelbe Farbe unterhalb der neuen Linie ab und ging dabei gleich das ganze Unterwasserschiff bis auf die graue Grundierung durch.

Epoxidgrundierung und Antifouling


Als Nächstes brauchte es Schutz gegen Wasser. Ich trug fünf Schichten Epoxidgrundierung auf. Jede Schicht rollte ich auf, ließ sie etwa acht Stunden stehen, mattierte sie mit einem Schleifschwamm und trug die nächste auf. Die Farben wechselte ich ab, um zu sehen, wo schon gestrichen war und wo noch nicht.

Mit der Epoxidgrundierung deckte ich die neue Wasserlinie ab, die Stellen, an denen ich beim Schleifen zu viel abgetragen hatte, und die rostigen Partien am Kiel. Am Kiel schliff ich das Metall blank, behandelte es mit Rostumwandler und deckte es mit Grundierung ab.

Auf die fünf Schichten Grundierung und die geschliffene Fläche kamen zwei abschließende Schichten Antifouling.

Der gelbe Rumpf


Der gelbe Rumpf ist eine eigene Geschichte. Darauf waren Schmutz, eingetrocknete Wasserspuren und Kratzer. Aggressiv darf man diese Farbe nicht waschen, sonst hat man statt eines sauberen, glänzenden Rumpfs einen gleichmäßig mattierten. Ich nahm einen pH-neutralen Reiniger und einen weichen Schwamm. Gut funktioniert hat Yachticon Black Streak Remover.

Dann kümmerte ich mich um die Kratzer. Zuerst glich ich sie mit 400er-Schleifpapier aus, dann trug ich die gelbe Farbe punktuell in kleinen Flächen auf. Die erste Schicht machte ich mit einer Schaumstoffrolle, und das war ein Fehler. Die Rolle hinterließ eine zu dünne Schicht, und die Oberfläche bekam Orangenhaut.

Die nächsten Schichten trug ich mit einer Mohairrolle auf. Sie gab eine kräftigere Schicht, die Farbe verlief ruhiger und deckte die Schäden besser ab. Einen unsichtbaren Anschluss zwischen alter und frischer Farbe bekam ich trotzdem nicht hin. Aus der Nähe sieht man die Ausbesserung, und die frische Farbe glänzt stärker.

Dafür sieht das Boot aus drei Metern Entfernung wie neu aus. Und näher als drei Meter sollte man eine alte Yacht ohnehin mit Verständnis betrachten.

Das weiße Deck


Beim weißen Deck war die Logik ähnlich. Wo die Farbe bis auf den Untergrund abgerieben war, trug ich Epifanes Multi Marine Primer auf und darüber drei Schichten Epifanes Mono-Urethane. Zwischen den Schichten mattierte ich mit 400er-Körnung.

Schmutzige Stellen und örtliche Arbeitsspuren schliff ich leicht an und deckte sie mit weißen Ausbesserungen ab. Damit sah das Deck wieder ordentlich aus.

Der Antirutschbelag


Auf das KiwiGrip war an mehreren Stellen Epoxid gelangt, und hier und da gab es Abplatzer. Diese Stellen schliff ich mit 80er-Körnung an, trug frisches KiwiGrip auf und stellte die Struktur mit tupfenden Pinselbewegungen wieder her.

Die neue Struktur verschmolz gut mit der übrigen Fläche. Hauptsache, der Belag ist wieder rutschfest und keine Erinnerung mehr daran, wo ich mal Harz verschüttet habe.

Das Ergebnis


Ehrlich gesagt hat mich das Ergebnis sehr gefreut. Farbe zu pflegen ist gar nicht so schlimm, wie es vor Beginn der Arbeiten aussah. Ja, nahtlose Anschlüsse zwischen alt und neu gab es am alten Rumpf nicht. Ja, eine Ausbesserung verschwindet nicht spurlos. Aber das Gesamtbild der Yacht hat sich radikal verändert.

Mehrmals kamen Leute auf mich zu und fragten nach dem Anstrich. Und wenn ich durch die Marina lief, sah ich, wie Passanten an meinem Boot stehen blieben und den Rumpf anfassten.

Wahrscheinlich ist das das beste Lob. Vielleicht achte ich aber auch nur etwas zu genau darauf, wer meine Farbe anfasst.

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Laut letztem Eintrag

Wie die Geschichte ausging

Im Frühjahr 2025 bekam die Rassvet gelbe Bordwände, ein weißes Deck, KiwiGrip und einen neuen Unterwasseranstrich. Nach einer Saison musste ich noch einmal mit dem Pinsel ran: die Wasserlinie korrigieren und Stellen nach neuen Arbeiten am Rumpf ausbessern.

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