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Nach den Arbeiten am Rumpf war die Farbe fast überall beschädigt, wo ich herangekommen war. An Deck waren Spuren von Dichtmasse und Grundierung geblieben. Am Schanzkleid sah man blankes Epoxid. Auf dem Antirutschbelag klebte Harz. Am gelben Rumpf zeigten sich Kratzer nach dem Stoß in der Schleuse. Entlang der alten Wasserlinie hatten sich Seepocken angesiedelt. Am Kiel zeigte sich stellenweise blankes Metall.
Da musste etwas passieren. Nicht für Hochglanz wie auf der Bootsmesse, sondern damit das Boot wenigstens nicht mehr wie eine Werkstatt aussah.
Neue Wasserlinie
Zuerst zeichnete ich die neue Wasserlinie an. Ein Mitarbeiter der Bootswerft zeigte mir, dass man die Linie besser in einem Zug zieht und nicht in kurzen Stücken. Klingt einfach, solange du nicht mit Malerband in der Hand vor einem neun Meter langen Rumpf stehst.
Ausgerichtet habe ich nach Augenmaß. Als neue Höhe nahm ich die Linie, bis zu der die Seepocken in der Saison hochgewachsen waren. Keine Ingenieursmethode, aber eine gute Orientierung: Wenn das Meer schon gezeigt hat, wo es gern wohnt, sollte man das berücksichtigen.
Danach schliff ich mit 80er-Körnung die gelbe Farbe unterhalb der neuen Linie ab und ging dabei gleich das ganze Unterwasserschiff bis auf die graue Grundierung durch.
Epoxidgrundierung und Antifouling
Als Nächstes brauchte es Schutz gegen Wasser. Ich trug fünf Schichten Epoxidgrundierung auf. Jede Schicht rollte ich auf, ließ sie etwa acht Stunden stehen, mattierte sie mit einem Schleifschwamm und trug die nächste auf. Die Farben wechselte ich ab, um zu sehen, wo schon gestrichen war und wo noch nicht.
Mit der Epoxidgrundierung deckte ich die neue Wasserlinie ab, die Stellen, an denen ich beim Schleifen zu viel abgetragen hatte, und die rostigen Partien am Kiel. Am Kiel schliff ich das Metall blank, behandelte es mit Rostumwandler und deckte es mit Grundierung ab.
Auf die fünf Schichten Grundierung und die geschliffene Fläche kamen zwei abschließende Schichten Antifouling.
Der gelbe Rumpf
Der gelbe Rumpf ist eine eigene Geschichte. Darauf waren Schmutz, eingetrocknete Wasserspuren und Kratzer. Aggressiv darf man diese Farbe nicht waschen, sonst hat man statt eines sauberen, glänzenden Rumpfs einen gleichmäßig mattierten. Ich nahm einen pH-neutralen Reiniger und einen weichen Schwamm. Gut funktioniert hat Yachticon Black Streak Remover.
Dann kümmerte ich mich um die Kratzer. Zuerst glich ich sie mit 400er-Schleifpapier aus, dann trug ich die gelbe Farbe punktuell in kleinen Flächen auf. Die erste Schicht machte ich mit einer Schaumstoffrolle, und das war ein Fehler. Die Rolle hinterließ eine zu dünne Schicht, und die Oberfläche bekam Orangenhaut.
Die nächsten Schichten trug ich mit einer Mohairrolle auf. Sie gab eine kräftigere Schicht, die Farbe verlief ruhiger und deckte die Schäden besser ab. Einen unsichtbaren Anschluss zwischen alter und frischer Farbe bekam ich trotzdem nicht hin. Aus der Nähe sieht man die Ausbesserung, und die frische Farbe glänzt stärker.
Dafür sieht das Boot aus drei Metern Entfernung wie neu aus. Und näher als drei Meter sollte man eine alte Yacht ohnehin mit Verständnis betrachten.
Das weiße Deck
Beim weißen Deck war die Logik ähnlich. Wo die Farbe bis auf den Untergrund abgerieben war, trug ich Epifanes Multi Marine Primer auf und darüber drei Schichten Epifanes Mono-Urethane. Zwischen den Schichten mattierte ich mit 400er-Körnung.
Schmutzige Stellen und örtliche Arbeitsspuren schliff ich leicht an und deckte sie mit weißen Ausbesserungen ab. Damit sah das Deck wieder ordentlich aus.
Der Antirutschbelag
Auf das KiwiGrip war an mehreren Stellen Epoxid gelangt, und hier und da gab es Abplatzer. Diese Stellen schliff ich mit 80er-Körnung an, trug frisches KiwiGrip auf und stellte die Struktur mit tupfenden Pinselbewegungen wieder her.
Die neue Struktur verschmolz gut mit der übrigen Fläche. Hauptsache, der Belag ist wieder rutschfest und keine Erinnerung mehr daran, wo ich mal Harz verschüttet habe.
Das Ergebnis
Ehrlich gesagt hat mich das Ergebnis sehr gefreut. Farbe zu pflegen ist gar nicht so schlimm, wie es vor Beginn der Arbeiten aussah. Ja, nahtlose Anschlüsse zwischen alt und neu gab es am alten Rumpf nicht. Ja, eine Ausbesserung verschwindet nicht spurlos. Aber das Gesamtbild der Yacht hat sich radikal verändert.
Mehrmals kamen Leute auf mich zu und fragten nach dem Anstrich. Und wenn ich durch die Marina lief, sah ich, wie Passanten an meinem Boot stehen blieben und den Rumpf anfassten.
Wahrscheinlich ist das das beste Lob. Vielleicht achte ich aber auch nur etwas zu genau darauf, wer meine Farbe anfasst.
#Wartung
Da musste etwas passieren. Nicht für Hochglanz wie auf der Bootsmesse, sondern damit das Boot wenigstens nicht mehr wie eine Werkstatt aussah.
Neue Wasserlinie
Zuerst zeichnete ich die neue Wasserlinie an. Ein Mitarbeiter der Bootswerft zeigte mir, dass man die Linie besser in einem Zug zieht und nicht in kurzen Stücken. Klingt einfach, solange du nicht mit Malerband in der Hand vor einem neun Meter langen Rumpf stehst.
Ausgerichtet habe ich nach Augenmaß. Als neue Höhe nahm ich die Linie, bis zu der die Seepocken in der Saison hochgewachsen waren. Keine Ingenieursmethode, aber eine gute Orientierung: Wenn das Meer schon gezeigt hat, wo es gern wohnt, sollte man das berücksichtigen.
Danach schliff ich mit 80er-Körnung die gelbe Farbe unterhalb der neuen Linie ab und ging dabei gleich das ganze Unterwasserschiff bis auf die graue Grundierung durch.
Epoxidgrundierung und Antifouling
Als Nächstes brauchte es Schutz gegen Wasser. Ich trug fünf Schichten Epoxidgrundierung auf. Jede Schicht rollte ich auf, ließ sie etwa acht Stunden stehen, mattierte sie mit einem Schleifschwamm und trug die nächste auf. Die Farben wechselte ich ab, um zu sehen, wo schon gestrichen war und wo noch nicht.
Mit der Epoxidgrundierung deckte ich die neue Wasserlinie ab, die Stellen, an denen ich beim Schleifen zu viel abgetragen hatte, und die rostigen Partien am Kiel. Am Kiel schliff ich das Metall blank, behandelte es mit Rostumwandler und deckte es mit Grundierung ab.
Auf die fünf Schichten Grundierung und die geschliffene Fläche kamen zwei abschließende Schichten Antifouling.
Der gelbe Rumpf
Der gelbe Rumpf ist eine eigene Geschichte. Darauf waren Schmutz, eingetrocknete Wasserspuren und Kratzer. Aggressiv darf man diese Farbe nicht waschen, sonst hat man statt eines sauberen, glänzenden Rumpfs einen gleichmäßig mattierten. Ich nahm einen pH-neutralen Reiniger und einen weichen Schwamm. Gut funktioniert hat Yachticon Black Streak Remover.
Dann kümmerte ich mich um die Kratzer. Zuerst glich ich sie mit 400er-Schleifpapier aus, dann trug ich die gelbe Farbe punktuell in kleinen Flächen auf. Die erste Schicht machte ich mit einer Schaumstoffrolle, und das war ein Fehler. Die Rolle hinterließ eine zu dünne Schicht, und die Oberfläche bekam Orangenhaut.
Die nächsten Schichten trug ich mit einer Mohairrolle auf. Sie gab eine kräftigere Schicht, die Farbe verlief ruhiger und deckte die Schäden besser ab. Einen unsichtbaren Anschluss zwischen alter und frischer Farbe bekam ich trotzdem nicht hin. Aus der Nähe sieht man die Ausbesserung, und die frische Farbe glänzt stärker.
Dafür sieht das Boot aus drei Metern Entfernung wie neu aus. Und näher als drei Meter sollte man eine alte Yacht ohnehin mit Verständnis betrachten.
Das weiße Deck
Beim weißen Deck war die Logik ähnlich. Wo die Farbe bis auf den Untergrund abgerieben war, trug ich Epifanes Multi Marine Primer auf und darüber drei Schichten Epifanes Mono-Urethane. Zwischen den Schichten mattierte ich mit 400er-Körnung.
Schmutzige Stellen und örtliche Arbeitsspuren schliff ich leicht an und deckte sie mit weißen Ausbesserungen ab. Damit sah das Deck wieder ordentlich aus.
Der Antirutschbelag
Auf das KiwiGrip war an mehreren Stellen Epoxid gelangt, und hier und da gab es Abplatzer. Diese Stellen schliff ich mit 80er-Körnung an, trug frisches KiwiGrip auf und stellte die Struktur mit tupfenden Pinselbewegungen wieder her.
Die neue Struktur verschmolz gut mit der übrigen Fläche. Hauptsache, der Belag ist wieder rutschfest und keine Erinnerung mehr daran, wo ich mal Harz verschüttet habe.
Das Ergebnis
Ehrlich gesagt hat mich das Ergebnis sehr gefreut. Farbe zu pflegen ist gar nicht so schlimm, wie es vor Beginn der Arbeiten aussah. Ja, nahtlose Anschlüsse zwischen alt und neu gab es am alten Rumpf nicht. Ja, eine Ausbesserung verschwindet nicht spurlos. Aber das Gesamtbild der Yacht hat sich radikal verändert.
Mehrmals kamen Leute auf mich zu und fragten nach dem Anstrich. Und wenn ich durch die Marina lief, sah ich, wie Passanten an meinem Boot stehen blieben und den Rumpf anfassten.
Wahrscheinlich ist das das beste Lob. Vielleicht achte ich aber auch nur etwas zu genau darauf, wer meine Farbe anfasst.
#Wartung
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