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Vor Travemünde geriet ich in eine Flaute und warf den Motor an, mit dem Plan, draußen auf offenem Wasser noch etwas zu segeln. Die Rechnung ging auf. In der Einfahrt der Bucht zeigte der Windmesser konstant 12 Knoten. Ich setzte das Segel und hielt auf die Ansteuerungstonne zu. Der Wind legte auf konstante 20–22 Knoten zu, deutlich mehr als vorhergesagt. Das Boot krängte und luvte an. Ich musste die Pinne um rund 15 Grad auf Abfallen halten. 6 Knoten laut Logge. Eigentlich hätte ich das erste Reff einbinden sollen, aber damals war mir das nicht so klar. Später habe ich mein Wissen aufgefrischt und mir noch einmal dieses Video der Segelschule SailingTimes angesehen.
In Neustadt ankerte ich vor dem Strand und legte leichten Jazz auf. Hör doch mit mir zusammen Nate Smith – Fly (For Mike) rein. Heißen Kaffee gekocht, zu Mittag gegessen, ausgeruht.
Nach anderthalb Stunden Pause holte ich den Anker auf und machte mich auf den Rückweg. Wie es der Teufel will, kam ein heftiger Regenguss, und ich war praktisch blind. Zum Glück ohne die angekündigten Blitze. Irgendwann entdeckte ich plötzlich ein anderes Segelboot 10 Meter hinter mir. Da wurde mir kurz mulmig. Etwas später rissen die Wolken auf, und ich konnte gerade noch den Sonnenuntergang genießen. Um 11 Uhr abends festgemacht. 40 Seemeilen laut Logge.
Track hier.
#Passage