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So war es auch am 8. Juni 2024. Vom Steg aus sehe ich, wie sich auf den Wellenkämmen Schaumkronen bilden. Die Masten ringsum zerschneiden den Wind zu einem summenden Pfeifen. Und die Fallen schlagen wie Kriegstrommeln einen beunruhigenden Takt. Ich werfe die Leinen los.
Am Ende entscheidet die Praxis. Schon ist das Boot mitten im Becken. Ja, es schaukelt, aber nichts Ernstes. Wind von achtern. Vielleicht hat er nachgelassen, vielleicht nicht – die Angst ist jedenfalls weg. Ich setze das Segel. Die Fock rolle ich ganz aus. Die Yacht lief 5,5–6,5 Knoten. Da war richtig Zug drin. Den Autopiloten ließ ich aus und bediente Schoten und Pinne selbst.
Schon nach einer Stunde solchen Segelns machte sich Müdigkeit breit. An der nächsten Flussbiegung musste ich wenden. Klappte nicht. Die Backbordschot hatte sich unter dem Babystag verhakt, und ich bekam das Segel nicht auf die andere Seite. Ich versuchte es noch ein paar Mal, ohne Erfolg. Also beschloss ich, die Fock einzurollen und umzukehren – auf solche Abenteuer bei viel Wind habe ich keine Lust.
Das Anlegen war ein Vergnügen der besonderen Art. Der Bug drückte gegen das Motorboot nebenan und schrammte ordentlich an dessen Seite entlang, während ich die Leinen an den Pfählen festmachte. Andererseits hätte es mich ohne das Boot parallel zum Steg gedreht. Trotzdem möchte ich fremdes Eigentum künftig lieber nicht mehr berühren.
Nach dem Anlegen nahm ich das Babystag unter die Lupe. Mein Blick blieb am Auge eines Schäkels hängen. Offenbar hatte sich genau dort die Schot verfangen. Wahrscheinlich sollte es nach achtern zeigen, dann verhakt sich die Schot seltener. An dem Tag wollte ich das Stag nicht mehr umbauen, also nahm ich einen Plastikdeckel, schmolz mit der Heißluftpistole Löcher hinein, setzte ihn auf den Schäkel und fixierte ihn mit weißem Isolierband. Passt schon.
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#Passage #Wartung