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Reparatur und Wartung

Rumpf lackieren

Meine Yacht hat noch ihr originales Gelcoat von 1975 – oxidiert und vom Zahn der Zeit gezeichnet. Über die Jahre hat sich darauf eine ganze Sammlung von Macken und Kratzern angesammelt, die bis aufs Glasfasergewebe gehen. An einigen davon bin ich selbst schuld. Ich wollte das Boot auffrischen und vor allem einen alten Traum erfüllen: eine gelbe Yacht! Da ich um die Tücken von Zweikomponenten-Systemen wusste, entschied ich mich für einen Einkomponentenlack. Für einen so unerfahrenen Segler wie mich ist das viel einfacher. Nach dem Vergleich der Produkte von Hempel, International und Epifanes fiel meine Wahl auf die letztgenannte Marke, einfach weil die Anleitung von Epifanes verständlicher war als die der anderen.

Vorbereitung
Eine Liste gemacht und alles Nötige gekauft. Soweit möglich behob ich Kratzer und Macken im Gelcoat. Alles abgebaut, was sich abbauen ließ: Backskistendeckel, Griffe, Schlösser, Luken. Das Unterwasserschiff mit Malerkrepp abgeklebt und alle Holz- und Metallteile abgedeckt.

Gelcoat schleifen
Zuerst musste der Schleifer an den Sauger. Ich fühlte mich alt, denn zum ersten Mal seit Langem musste ich eine Bedienungsanleitung lesen. Dafür weiß ich jetzt, dass man beim Schleifen den geheimnisvollen Schieber am Schlauch ein Stück öffnen muss – wozu der gut ist, war mir seit meiner Kindheit ein Rätsel. Das Ganze dauerte drei Tage und verbrauchte über hundert Schleifscheiben mit Körnung 320 und einen Schleifschwamm für schwer erreichbare Stellen. Mit der frisch gekauften Makita BO5041 war ich zufrieden. Ein Nachbar ließ mich seine Mirka ausprobieren – die schleift schneller und effektiver, aber mit der Makita ermüdet die Hand weniger, weil man sie seitlich greifen kann. Außerdem habe ich drei Sorten Scheiben getestet und gemerkt: Je dichter das Material, desto besser das Ergebnis. Am besten schnitten die Scheiben aus Keramik-Aluminiumoxid ab. Nach dem Schleifen habe ich den Rumpf mit Hempel Pre-clean Cleaner gewaschen und mit Epifanes Fibreglass Prep Cleaner entfettet.

Grundierung
Diese Etappe war für mich die schwierigste und die fehlerreichste. Buchstäblich jeder Handgriff machte Probleme. Zuerst habe ich die ganze Yacht nicht besonders sorgfältig mit Epifanes Multi Marine Primer grundiert, wodurch Unebenheiten und Läufer entstanden. Beim Schleifen setzte die Grundierung die Scheiben schnell zu, verklumpte und zerkratzte die Oberfläche. Und als ich den Rumpf mit Epifanes Fibreglass Prep Cleaner entfettete, rollte sich die Grundierung stellenweise zu Klümpchen auf, die an Lehm erinnerten. Am Ende hatte ich die Unebenheiten nicht beseitigt, sondern noch neue dazubekommen.

Lackieren
Diese Etappe hat mich völlig aus der Bahn geworfen und mir klargemacht, dass ich mich gewaltig überschätzt hatte.

Drei Wochen lang habe ich jeden Freitag die Oberfläche mit einer Paste poliert, deren Körnung 400er-Schleifpapier entspricht. Parallel habe ich die Grundierungsfehler von Hand mit Schleifpapier derselben Körnung geglättet. Gearbeitet habe ich von 9 Uhr morgens bis 9 Uhr abends, und am Ende des Tages wurde die Oberfläche wieder mit Epifanes Fibreglass Prep Cleaner entfettet.

Die Samstage gingen für den weißen Anstrich des Decks drauf: Kajütbereich, Aufbau und Vorschiff. Dann bin ich auf die Leiter umgestiegen und habe von außen die Seitendecks und die Seiten des Aufbaus gestrichen. Pro Schicht gingen etwa anderthalb Dosen Epifanes Mono-urethane zu je 750 ml drauf.

Die Sonntage gehörten dem gelben Anstrich der Bordwände. Auch hier brauchte ich etwa 1,5 Dosen pro Schicht. Einmal fiel die Farbwanne herunter – und wie beim Butterbrot natürlich mit der Farbseite nach unten. Ein schönes Beispiel dafür, warum man immer eine Reservedose haben und nie alles auf einmal in die Wanne kippen sollte.

So bin ich vorgegangen: Mit der Rolle einen Streifen Farbe auftragen, ihn dann kreuzweise über die Fläche verteilen und zum Schluss mit leichten waagerechten Zügen die Schichtdicke ausgleichen.

(Fortsetzung im nächsten Beitrag)
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