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04.10.2024, 0341 UTC, Western Baltic
An extensive high 1023 over the northern North Sea moves towards northern Germany and
weakens somewhat
NE 3 to 4, abating
for a time coastal fog patches
sea first 1 meter
Laut Windy legt sich morgen ein Hoch über die gesamte westliche Ostsee. Wind wird es keinen geben. Ich werfe meine Pläne über den Haufen. Statt nach Dänemark segle ich direkt nach Wismar und sehe mir die Wismarer Bucht genauer an.
Um 08:00 verließ ich Grömitz, setzte volles Tuch und nahm Kurs Südost. Die Passage war ruhig. Die Einfahrt in die Bucht ist auf beiden Seiten von Untiefen begrenzt. Als ich mich näherte, schlug mein AIS ständig Alarm. Eine ganze Kette von Yachten kam mir entgegen und verließ das Revier.
Kurz vor der Stadt barg ich die Segel und hängte die Fender raus. Drinnen sollten mich 3 Marinas erwarten. Ich wollte in die, die 15 Gehminuten vom Zentrum entfernt liegt. Auf dem Weg dorthin bemerkte ich an Steuerbord einen 40-Fuß-Segler. Laut Karte lag er im Flachwasser. Der Mann am Bug winkte mir zu. Ich winkte zurück. Doch er winkte noch einmal, diesmal nachdrücklicher. Ich ahnte, warum. Vorsichtig fuhr ich näher heran und wurde gebeten, es mit Freischleppen zu versuchen. Sie warfen mir ihre Bugleine zu, die ich an meiner Heckklampe belegte. Etwa 15 Minuten zog ich in verschiedene Richtungen und auf verschiedene Weise, aber meine 14 Pferdchen waren dieser Last nicht gewachsen. Dann kam ein großes Ausflugsschiff mit Touristen vorbei, und sein Kapitän bot seine Hilfe an. Die Crew bedankte sich bei mir, und ich ergatterte den letzten freien Platz in der Marina. Angelegt wurde an Fingerstegen, was man in Deutschland selten findet.
Der Liegeplatz kostete 18 Euro pro Nacht. Dusche und Waschmaschine kosten extra, dafür gibt es eine Küche. Wismar ist eine schöne historische Stadt, die im Krieg kaum beschädigt wurde. Sie gehört eindeutig zu meinen persönlichen Top-Zielen in Deutschland für einen Tagesausflug.
25 Seemeilen geschafft. Den Track gibt es hier.
#Passage