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Die Passage

Gislövs läge.

Gislövs läge. 20.05.2023. Samstag. Ich goss mir Nudeln auf, lief mit dem Teller durch die Marina und fragte die Nachbarn, ob es in der Nähe irgendeine Werkstatt gibt, die die Pumpe reparieren könnte. Leider gab es keine.

An Bord eröffnete mir mein Mitsegler, dass seine Kräfte für dieses Abenteuer aufgebraucht seien. Es war seine erste Erfahrung auf einer Yacht, und sie war schrecklich: Kälte, Feuchtigkeit, ewiges Geschaukel und Enge. Dazu kamen lange Passagen und eine immer schlimmere Erkältung. Weder vernünftig aufs Klo gehen noch mal durch eine Stadt bummeln. Er würde mir hier in der Marina noch beim Tanken helfen, danach war ich allein.

Nach dem Tanken war der Plan einfach: bis zum südlichsten Punkt Dänemarks. Der Wind kam achterlich. 16 Knoten mit Böen bis 24. Ich hakte mich an beiden Seiten des Bootes ein, setzte das Segel und los ging's. Große Fähren und Frachter kreuzten meinen Weg. 10 Meilen von Schweden entfernt hatte das Handy kein Netz mehr. Es war eine Freude, die felsige Küste Dänemarks zu sehen und an mir vorbeiziehen zu lassen. Etwas später staunte ich über einen gigantischen Offshore-Windpark, der vor mir auftauchte. Die Anlagen reichten bis zum Horizont, ein Ende war nicht zu sehen.

Am Abend machte ich in Gedser längsseits fest. Mir wurde klar, dass Segelhandschuhe nicht nur davor schützen, sich an den Leinen die Hände zu verbrennen, sondern auch davor, dass einem der Wind die Haut aufreißt. Dem Gesicht half nicht einmal mehr Creme: Die Haut löste sich blutig, und die Nase erinnerte an einen Schildkrötenpanzer. In einem Restaurant, das gerade schloss, bekam ich noch eine Cola gegen Durst und Zuckermangel. Geduscht. Ins Bett gefallen.

69,3 Meilen in 11 Stunden: https://boating.page.link/QPZFnB14eJGP4ML66

#Passage
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