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Reparatur und Wartung

Kein perfektes Einwassern. Teil 1: Noch an Land

Schon im November hatte ich für DavidsWerft eine Liste mit Winterarbeiten geschrieben. Die Werft liegt direkt in meiner Marina, also wirkte die Idee bequem und fast beruhigend. Zu tun waren: Motorwartung, eine Bugplattform montieren, die Wellendichtung tauschen, eine neue Anode auf die Welle setzen, Wanten und Achterstag erneuern und ein Kettenrohr ins Deck einbauen, durch das die Ankerkette in die Vorpiek läuft.

Der Plan für das Frühjahr sah einfach aus. Freitag um 8 Uhr einwassern, bis 10 den Mast stellen und sofort los nach Kiel. Auf dem Papier eine saubere Route. In meinem Kopf schon eine Liste von Gründen, die ganze Woche nicht zu schlafen.

Ich wusste nicht, ob Wasser durch den Kiel sickern würde, ob die Wellendichtung leckt, ob sich das frisch mit Epoxid gefüllte Stück Bordwand verzieht und ob ich in die 8 Beaufort gerate, die für Samstag angesagt waren. Im Herbst, vor den Arbeiten, kannte ich den Zustand des Boots und seine Schwachstellen. Im Frühjahr, nach Arbeiten an kritischen Baugruppen, wusste ich nicht mehr genau, womit ich aus der Marina auslaufen würde.

Blieb noch der Plan selbst: das Boot einwassern und am selben Tag allein zu einer Passage von rund 80 Seemeilen nach Westen aufbrechen – in einem Revier, in dem der Wind auch gern aus Westen kommt. Optimismus in Reinform.

Einen Tag früher

Deshalb kam ich einen Tag früher zum Boot, am Donnerstagmorgen. Ich wollte remote arbeiten, an Bord übernachten und vor dem Einwassern in Ruhe alles prüfen. Mit der Ruhe war es vorbei, sobald mein Blick auf das Boot fiel.

Die Bugplattform war nicht montiert. Auf der Welle saß keine Anode. Die Bohrung für das Kettenrohr war nicht mit Epoxid versiegelt, obwohl genau das den Sandwichkern vor Feuchtigkeit schützen sollte. Besonders belebend nach der Wintergeschichte, als unter dem Motor rund fünf Liter Wasser stehen geblieben waren und die Pumpe darin festgefroren war.

Ich ging in die Werkstatt und sagte, dass das irgendwie fertig werden muss. Eine passende Anode hatten sie nicht. Die Plattform wurde eilig für den Ausschnitt angezeichnet. Während sich einer um die Plattform kümmerte, beschloss der zweite, den Kraftstoffvorfilter zu wechseln. Dabei brach er den Hebel an der Kraftstoffförderpumpe ab, fing dann an, die Pumpe vom Motor abzubauen, ließ Schraube und Schlüssel unter den Motor fallen und verkündete daraufhin, er müsse nach Hause.

Danach war ich allein mit dem Boot, einer halbfertigen Plattform, einer fehlenden Anode und einer Kraftstoffpumpe, die inzwischen ebenfalls auf der Arbeitsliste stand.

Kleine Arbeiten, die nicht mehr klein sind

Allein mit dem Boot fing ich an, das zu erledigen, was ich selbst noch schaffen konnte. Zuerst musste die Wellenanode drauf. Ich hatte eine Anode mit 18 mm Breite, frei auf der Welle waren aber nur etwa 15 mm. Also griff ich zum Schleifer und nahm auf jeder Seite ungefähr 1,5 mm ab. Das kostete rund 40 Minuten und vier Scheiben.

Danach kümmerte ich mich um die Geber außen am Rumpf. In der ersten Saison hatte ich den Loggeber überhaupt nicht geschützt, und bis Juli wuchs darauf ein Klumpen Seepocken, fast so groß wie eine Faust. Letztes Jahr riet man mir zu Marinefett. Überraschenderweise zeigte die Logge fast bis September vernünftige Werte, obwohl der Geber beim Auskranen gleichmäßig mit Seepocken bedeckt war.

Dieses Jahr wollte ich ein spezielles Antifouling für Geber ausprobieren: Marlin Yacht Paint Eco Transducer Antifouling. Vor dem Auftragen spülte ich den Geber großzügig mit Essig ab. Nach etwa zehn Minuten hatte der Essig die Reste der Seepocken aufgeweicht, und sie ließen sich mit einem feuchten Lappen abwischen. Zurück blieb sauberer Kunststoff.

Zum Schluss drückte ich etwas Epoxid aus der Spritze und strich mit einem Pinsel die offene Schnittkante in der Bohrung für das Kettenrohr ein. Schön war das nicht, eher ein Minimalschutz gegen künftige Feuchtigkeit.

Bis zum Abend war meine Seite der Liste abgearbeitet. Von der Liste der anderen Seite konnte ich das nicht behaupten.

#Wartung
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