In diesem Beitrag9 Fotos · 1 Video
Format und Vermittlung
Vor einem Jahr erlebte ich Alexander schon bei Abenden über Segel und Wetter, deshalb wusste ich, dass uns ein tiefer Einstieg erwartet. Dieses Format liefert nicht nur praktische Tipps, sondern erklärt auch, warum sich das Boot genau so verhält. Abends fällt die Konzentration schwer, dafür bleiben gerade dann die wichtigen Details besser hängen.
Der Kurs bestand aus drei Abenden mit bis zu vier Stunden. Wir haben mit den grundlegenden Kräften angefangen, die auf den Rumpf wirken. Danach habe ich auf meiner Yacht ein kurzes Video von den Verwirbelungen durch den Radeffekt gedreht, um mir das Ganze von außen anzusehen. Dann ging es an die Grundmanöver, und wir haben jedes davon im Licht dieser Kräfte betrachtet. Zum Schluss sprachen wir über weniger offensichtliche Situationen, die einem in der Marina öfter begegnen, als einem lieb ist.
Intensität
Das Programm war dicht. Zwischen den Abenden mussten wir Tests auf der Website machen, und genau da gingen mir am schnellsten die Kräfte aus. Ich würde den Zeitplan ändern. Vier Abende zu je drei Stunden mit einer Woche Pause dazwischen würden mehr Zeit zum Verarbeiten lassen und das Lernen sanfter machen.
Manchmal ertappst du dich bei dem Gedanken, dass der Nutzen solcher Kurse gar nicht in einer neuen Anlegetechnik liegt, sondern darin, dass du das Boot besser spürst. Du verstehst seine Trägheit, wie der Bug im Wind arbeitet und nach welchen Prinzipien es auf das reagiert, was du tust. Nach solchen Abenden kannst du dir kaum ein Manöver vorstellen, das dich aus der Fassung bringt.
Kleine Kniffe
• Fender bringt man besser aus, wenn das Boot steht, denn in Fahrt liegt der Rumpf tiefer im Wasser
• aufhängen sollte man sie am besten zwischen den Relingsstützen
• es gibt zwei Höhen: auf Deckshöhe oder an der Wasserlinie
• der Fender sollte mit seinem oberen Teil am Steg anliegen, sonst wird er nach oben herausgedrückt
• der Wind will den Bug herumdrücken, deshalb wählt man die Anfahrtsrichtung entsprechend
• schwacher Wind ist schwieriger als starker, weil er dem Rumpf kaum hilft
• die Steuerbarkeit hängt von der Fahrt ab, deshalb nicht zu viel Fahrt herausnehmen
• ablandiger Wind macht das Anlegen leichter, das Ablegen aber schwerer
• die meisten ungewöhnlichen Situationen lassen sich vereinfachen, indem man sie auf ein Längsseitsanlegen zurückführt
Fazit
Die Seminare waren gründlich, praxisnah und sehr nützlich. Ich würde sie allen empfehlen, die schon ein bisschen Erfahrung haben und ihr Wissen ordnen wollen. Danach stellt sich eine ruhige Sicherheit ein, als hätte jemand im Kopf alle „Macken“ sorgfältig ausgebügelt. Und nicht vergessen: Das perfekte Anlegemanöver gelingt nur, wenn niemand auf dem Steg steht.
#Ausbildung #forcesail