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Reparatur und Wartung

Kleine Reparaturen

An Bord gibt es immer etwas zu reparieren, aber nicht alles verdient einen eigenen Artikel. Deshalb sammle ich hier kurze Notizen über kleine Reparaturen, die das Leben an Bord ein bisschen angenehmer machen.

Halter für die Vorhangschiene

Die Vorhänge in der Kajüte hängen an einer Schiene, die Schiene an Kunststoffhaltern. Einer davon ist gerissen, und Ersatz war nirgends aufzutreiben. Mit Epoxid geklebt hielt er ein paar Monate, dann gab er wieder auf.
Ich hätte ihn mit Metallklammern verstärken und mit Kunststoff vergießen können, aber das Risiko, dass das Teil mitten in der Arbeit endgültig zerbröselt, war zu groß. Also bat ich Grigory mir zu zeigen, wie man Teile konstruiert und auf dem 3D-Drucker druckt.

Wir trafen uns auf seiner Yacht, bewaffneten uns mit einem Messschieber und machten uns in Autodesk Fusion ans Modellieren. Das Ganze dauerte etwa zwei Stunden, aber in dieser Zeit habe ich begriffen: 3D-Druck ist kein „Spielzeug für Ingenieure“, sondern ein Werkzeug, das so ziemlich jedes kleine Teil an Bord retten kann.
Als das Modell gedruckt war, waren die Füßchen nur ein paar Millimeter kürzer als beim Original, aber der Halter saß, als wäre er nie weg gewesen. Das hat mich angespornt, mich ernsthaft mit 3D-Modellierung zu beschäftigen – es ist einfach zu schön, das Boot mit den eigenen Händen zu reparieren statt mit Ersatzteilkatalogen.

Rostspuren am Rumpf

Während der Passage nach Helgoland ist mir ein chemischer Taschenwärmer aufgeplatzt, und sein Inhalt verteilte sich über die Bordwand. Auf dem Lack erschienen rostrote Flecken, die weder mit dem Lappen noch mit Seife abgingen.
Schleifen kam nicht infrage – das hätte den Glanz ruiniert. Bei der Suche stieß ich auf den Star Brite Rust Stain Remover, ein pH-neutrales Mittel für 25 Euro. Aufsprühen, zehn Minuten warten, mit Wasser abspülen. Die Flecken wurden heller, verschwanden aber nicht. Zweiter Durchgang – und der Rumpf war wieder makellos sauber. Der Lack glänzt wie frisch poliert. Das Zeug funktioniert also wirklich. Getestet am eigenen Missgeschick.

Neue Mischbatterie

Nach der Episode mit der „inneren Sintflut“, als im Salon auf einmal 80 Liter Wasser standen, wollte ich das Risiko einer Wiederholung möglichst klein halten. Bei AliExpress bestellte ich für 2 Euro einen Schalter für die Pumpe: Jetzt erlischt die Kontrollleuchte, wenn die Pumpe läuft. Eine Kleinigkeit, aber sie zeigt sofort, wenn Wasser unnötig läuft.
Dort habe ich auch eine Mischbatterie mit ausziehbarer Brause für 30 Euro gekauft. Der Einbau dauerte eine Stunde: alte Armatur raus, Loch etwas aufgeweitet, neue befestigt und den Schlauch über Adapter angeschlossen.
Jetzt lässt sich der Wasserstrahl genau dosieren, und Töpfe lassen sich so leicht spülen wie in der Küche zu Hause. Und vor allem: Die Armatur hält dem Pumpendruck stand und tropft nicht. Manchmal bringt ein kleines Update mehr Komfort als ein großes Upgrade.

Audioanlage

An Bord gab es einen alten amerikanischen 5-Zoll-Lautsprecher ohne Abdeckung. Für 2 Euro kaufte ich ein neues Gitter, und schon sah das Ganze anständig aus. Aber ich wollte mehr Musik für die Nachtwachen und baute für 9 Euro ein Autoradio mit TF-Kartenslot ein, dazu eine Antenne für 3.
Die Spotify-Playlists habe ich offline auf die Karte gezogen, und die ganze Installation hat eine Stunde gedauert. Läuft einwandfrei, nur ist der Sound selbst auf der niedrigsten Stufe viel zu laut. Da muss ich mir noch etwas einfallen lassen.

Eine kleine Schuld bei den Seenotrettern

Nach dem Vorfall, bei dem ich auf Grund saß und freigeschleppt wurde, habe ich eine monatliche Spende an die DGzRS eingerichtet. Kein großer Betrag, aber jedes Mal, wenn ich ihr Rufzeichen im Funk höre, weiß ich, dass ich den Leuten, die mir einmal geholfen haben, wenigstens ein kleines bisschen zurückgebe.

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