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Reparatur und Wartung

Ein Lazybag für 60 € – ein Experiment, das aufgegangen ist

Gleich nach dem Bootskauf begann ich von einem Lazybag zu träumen – genau dem Ding, das einem das tägliche Gezerre mit der Persenning erspart. Alexei, mit dem ich die Yacht besichtigt hatte, sagte sofort: „Das ist wohl das Einzige, in das es sich wirklich zu investieren lohnt.“

Ein Lazybag ist eine Persenning, die unter dem Segel befestigt ist. Wenn du das Großsegel herunterlässt, ziehst du einfach den Reißverschluss zu – fertig, das Segel liegt ordentlich und geschützt. Ohne Lazybag musst du jedes Mal mit einer separaten Persenning hantieren. So aber: ein Handgriff, und alles ist aufgeräumt.

Eine fertige Lösung für mein Modell gibt es bei Resen Sails für knapp 350 € inklusive Versand. Ich beschloss, es zu riskieren und selbst eins zu nähen. Am Ende war es sechsmal günstiger und passte – sehr erfreulich – wie maßgeschneidert.

Material: Fundstücke und Zweifel
• Stoff. Das ist die Basis. Er muss robust sein, imprägniert und UV-beständig. Ganz zufällig fand ich bei temu.com eine fertige Abdeckplane aus Oxford 420D für 24 €. Größe: 275–305 cm. Passte perfekt. Dieser Fund gab den Ton für das ganze Projekt vor.
• Reißverschluss. Bei Amazon gekauft, 290 cm, zwei Schieber, 17 €. Nicht der günstigste, aber auf eine Lieferung aus China wollte ich nicht warten – es juckte mir schon in den Fingern.
• Streifen für die Baumnut. Mein Großsegel wird über eine Nut in den Baum eingezogen, und ich war nicht sicher, ob da noch Stoff mit hineinpasst. Ich kaufte dünnes, wasserdichtes Ripstop, 100×150 cm, für 8 € – es wurde zur „Brücke“ zwischen Stoff und Metall.
• Zusammenbau. Damit alles gerade wird, nahm ich doppelseitiges Klebeband mit Glasfasergitter für 2 €. Hat enorm geholfen – ohne hätte ich mich mit den Säumen abgequält.
• Faden und Nadeln. Ledernadeln (4 €) und 100 Meter gewachstes Polyestergarn (5 €). Stärke 1 mm – genau richtig.

Summe: 60 €. Hätte ich alles bei AliExpress bestellt, wäre es noch billiger gewesen. Aber hier ging es weniger um den Preis als um den Reiz: Klappt es oder nicht?

Der Prozess: drei Tage und 50 Meter Faden
Alles in Handarbeit. Ich schnitt die alte Plane auf, fügte die Seitenteile zusammen und klebte sie mit Klebeband. Zuerst klebte ich den Reißverschluss auf – sorgfältig, ohne Verzug. Dann nähte ich den Ripstop-Streifen an, der in die Baumnut gehört.

Die Naht habe ich von Hand gemacht: hin und zurück durch dieselben Löcher. Langwierig, ja. Dafür hält es. Keine Nähmaschine – nur Hände, Nadel und Geduld. Insgesamt hat es drei Tage gedauert, aber ich habe mit Vergnügen gearbeitet, ohne Druck.

Test auf dem Wasser
Am Wochenende habe ich das Ganze am Boot montiert. Den Stoff zusammen mit dem Segel in die Nut zu fädeln war eine kleine Geduldsprobe, aber nach etwa 10 Minuten war es geschafft. Lazyjacks hatte ich schon – alles saß, als wäre es nie anders gewesen.

Das Segel fällt leicht hinein, der Reißverschluss klemmt nicht, der Stoff bleibt dicht. Ich war mit einem Kollegen segeln – nichts hat versagt. Die Stegnachbarn sahen das Ergebnis und hoben den Daumen.

Fazit
Ein Lazybag selbst zu nähen ist absolut machbar. Besonders wenn du ein bisschen sparen, nebenbei deine Skills ausbauen und dabei echten Spaß an der Sache haben willst. Dieses Teil erinnert mich jedes Mal daran, dass ein Boot nicht einfach ein Objekt ist, sondern ein Raum, in dem man alles mit den eigenen Händen machen kann.

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