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Planung
27. April 2024. Um fünf Uhr morgens aufgewacht. Gewaschen, gefrühstückt, das Wetter gecheckt, die Route angepasst.
Das Wetter erlaubte es zu segeln. Weit nach Norden durfte ich nicht – dort liegt das Verkehrstrennungsgebiet (TSS). Im Süden Windparks. Ich musste den Kurs exakt halten, egal woher der Wind kam. Es war der einzige Tag mit Ostwind. Den musste ich voll ausnutzen. Ziel: Gedser.
Schaukelpartie
Um 6:30 lief ich aus Christiansø aus. Der Wind kam aus Süd. Bis zur Nordspitze von Bornholm lief alles glatt. Doch kaum hatte ich das Kap gerundet, drehte der Wind auf Südwest. Offenbar hatte er beim Umströmen der Insel die Richtung geändert. Großsegel und Genua begannen zu schlagen. Ich musste die Segel bergen und den Motor anwerfen. Die Fahrt lag bei 4–5 Knoten. Nach meiner Rechnung würde ich in vier Stunden wieder segeln können.
Doch der Wind frischte auf 17 Knoten auf, und es baute sich eine anderthalb Meter hohe Welle auf. Die Fahrt sank auf 2–3 Knoten. Die Wellen schlugen gegen den Bug, die Yacht schaukelte und wurde immer wieder ausgebremst. Mir wurde übel. Ich atmete tief, schaute auf den Horizont und ging dann runter, um Tabletten gegen Seekrankheit zu holen. Alles, was in diesem Moment zählte: durchhalten. Und ich hielt durch.
Als der Wind weiter auf Süd drehte, setzte ich wieder Segel. Die Fahrt stieg auf 5–6 Knoten. Das Boot schnitt jetzt leichter durch die Welle und krängte gleichmäßig. Und mir ging es auch besser.
Nachtwache
Nach 21:00 wurde es dunkel. Ich wechselte in den Intervallschlaf. Nach Annas Erzählungen war mir klar geworden, dass ich nicht im Cockpit schlafen muss. Ich schaltete die Wallas-Petroleumheizung ein, machte es mir im Salon bequem und stellte den Timer. Ich nahm an, dass es entlang des TSS mitten in der Ostsee sicher genug sein würde. Alle 30 Minuten stieg ich nach oben, checkte Horizont, Kurs und AIS – und legte mich wieder hin.
So ging es bis ein Uhr nachts. Wieder mal hoch. Ich komme raus – und genau voraus, keinen Kilometer entfernt, zieht ein Frachter vorbei und zeigt mir seine Backbordseite. Eine eiskalte Welle lief mir durch den Körper. Wir liefen klar aneinander vorbei, aber ich hätte ihn früher bemerken müssen. Ich verkürzte die Intervalle auf 20 Minuten, das Einschlafen fiel jetzt schwerer.
Querung des TSS
Gegen 3:00 erreichte ich das Verkehrstrennungsgebiet. Auf dem AIS-Bildschirm waren etwa zwanzig Schiffe. Vielleicht waren es mehr, aber ich sah nur die, die in Empfangsreichweite waren. Sie liefen zwischen 9 und 15 Knoten. Das Gebiet ist vier Seemeilen breit. Ich hielt mich an seiner Ostgrenze und wartete auf eine Lücke.
Sobald sich eine Lücke auftat, begann ich mit der Querung. Eine halbe Stunde später, genau in der Mitte, zeigte das AIS Begegnungen mit fünf Schiffen. Sofort rollte ich die Segel ein, warf den Motor an und nahm Gas weg. Ich ließ alle passieren und setzte dann wieder Segel.
Gedser
Gegen sieben Uhr morgens war ich in Gedser. Die Marina war leer. Das Anlegen zwischen Pfählen freute mich: Sie halten das Boot auf Abstand zum Steg und zu den Nachbarn. Das Längsseitsliegen in den Häfen davor hatte mich eine gebrochene Relingsstütze und einen Fender gekostet, und an der Bordwand waren schwarze Abriebspuren von Reifenfendern geblieben.
Der Liegeplatz kostete 245 DKK pro Nacht. Duschen extra. Außerdem tankte ich 24 Liter Diesel zu 15,75 DKK pro Liter. Unschön: Der Automat verlangte 300 Euro Kaution, die erst nach vier Tagen zurückkamen. Ich bummelte durch den Ort und kaufte Lebensmittel ein. Gedser war fast menschenleer. Leere Straßen, Stille, als wäre der Ort ausgestorben. Ich saß eine Weile auf einer Parkbank, trank kalten Kaffee und ging zurück zur Marina.
Zurückgelegt 130 Seemeilen in 24 Stunden.
#Passage
27. April 2024. Um fünf Uhr morgens aufgewacht. Gewaschen, gefrühstückt, das Wetter gecheckt, die Route angepasst.
Shipping Forecast,
27.04.2025, 09.26 UTC
No warnings
Southern Baltic: southeasterly winds about 3, shifting southwest, increasing 4 to 5, sea northeastern part later 1,5 meter.
Das Wetter erlaubte es zu segeln. Weit nach Norden durfte ich nicht – dort liegt das Verkehrstrennungsgebiet (TSS). Im Süden Windparks. Ich musste den Kurs exakt halten, egal woher der Wind kam. Es war der einzige Tag mit Ostwind. Den musste ich voll ausnutzen. Ziel: Gedser.
Schaukelpartie
Um 6:30 lief ich aus Christiansø aus. Der Wind kam aus Süd. Bis zur Nordspitze von Bornholm lief alles glatt. Doch kaum hatte ich das Kap gerundet, drehte der Wind auf Südwest. Offenbar hatte er beim Umströmen der Insel die Richtung geändert. Großsegel und Genua begannen zu schlagen. Ich musste die Segel bergen und den Motor anwerfen. Die Fahrt lag bei 4–5 Knoten. Nach meiner Rechnung würde ich in vier Stunden wieder segeln können.
Doch der Wind frischte auf 17 Knoten auf, und es baute sich eine anderthalb Meter hohe Welle auf. Die Fahrt sank auf 2–3 Knoten. Die Wellen schlugen gegen den Bug, die Yacht schaukelte und wurde immer wieder ausgebremst. Mir wurde übel. Ich atmete tief, schaute auf den Horizont und ging dann runter, um Tabletten gegen Seekrankheit zu holen. Alles, was in diesem Moment zählte: durchhalten. Und ich hielt durch.
Als der Wind weiter auf Süd drehte, setzte ich wieder Segel. Die Fahrt stieg auf 5–6 Knoten. Das Boot schnitt jetzt leichter durch die Welle und krängte gleichmäßig. Und mir ging es auch besser.
Nachtwache
Nach 21:00 wurde es dunkel. Ich wechselte in den Intervallschlaf. Nach Annas Erzählungen war mir klar geworden, dass ich nicht im Cockpit schlafen muss. Ich schaltete die Wallas-Petroleumheizung ein, machte es mir im Salon bequem und stellte den Timer. Ich nahm an, dass es entlang des TSS mitten in der Ostsee sicher genug sein würde. Alle 30 Minuten stieg ich nach oben, checkte Horizont, Kurs und AIS – und legte mich wieder hin.
So ging es bis ein Uhr nachts. Wieder mal hoch. Ich komme raus – und genau voraus, keinen Kilometer entfernt, zieht ein Frachter vorbei und zeigt mir seine Backbordseite. Eine eiskalte Welle lief mir durch den Körper. Wir liefen klar aneinander vorbei, aber ich hätte ihn früher bemerken müssen. Ich verkürzte die Intervalle auf 20 Minuten, das Einschlafen fiel jetzt schwerer.
Querung des TSS
Gegen 3:00 erreichte ich das Verkehrstrennungsgebiet. Auf dem AIS-Bildschirm waren etwa zwanzig Schiffe. Vielleicht waren es mehr, aber ich sah nur die, die in Empfangsreichweite waren. Sie liefen zwischen 9 und 15 Knoten. Das Gebiet ist vier Seemeilen breit. Ich hielt mich an seiner Ostgrenze und wartete auf eine Lücke.
Sobald sich eine Lücke auftat, begann ich mit der Querung. Eine halbe Stunde später, genau in der Mitte, zeigte das AIS Begegnungen mit fünf Schiffen. Sofort rollte ich die Segel ein, warf den Motor an und nahm Gas weg. Ich ließ alle passieren und setzte dann wieder Segel.
Gedser
Gegen sieben Uhr morgens war ich in Gedser. Die Marina war leer. Das Anlegen zwischen Pfählen freute mich: Sie halten das Boot auf Abstand zum Steg und zu den Nachbarn. Das Längsseitsliegen in den Häfen davor hatte mich eine gebrochene Relingsstütze und einen Fender gekostet, und an der Bordwand waren schwarze Abriebspuren von Reifenfendern geblieben.
Der Liegeplatz kostete 245 DKK pro Nacht. Duschen extra. Außerdem tankte ich 24 Liter Diesel zu 15,75 DKK pro Liter. Unschön: Der Automat verlangte 300 Euro Kaution, die erst nach vier Tagen zurückkamen. Ich bummelte durch den Ort und kaufte Lebensmittel ein. Gedser war fast menschenleer. Leere Straßen, Stille, als wäre der Ort ausgestorben. Ich saß eine Weile auf einer Parkbank, trank kalten Kaffee und ging zurück zur Marina.
Zurückgelegt 130 Seemeilen in 24 Stunden.
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