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Reparatur und Wartung

Was unterscheidet Unbehagen von Schmerz?

Was unterscheidet Unbehagen von Schmerz? Wenn die Schot auf der Winsch rutscht und du mit der Kurbel nachholen musst – das ist Unbehagen. Wenn sie ganz abrutscht – das ist ein Ärgernis. Wenn sie alle 10 Minuten abrutscht – das ist Schmerz. Meine Schoten sind 10 mm dick und werden von den Klemmen kaum gehalten. Die Klemmen selbst sind aus Kunststoff und haben sich mit den Jahren wohl etwas geweitet und glatt geschliffen. Sie zu tauschen ist eine ganze Geschichte, auf die ich keine Lust habe. Und 30 Meter neue 12-mm-Schoten kosten 150–200 € – alles andere als budgetfreundlich.

Ich entschied mich für die Selbstholer-Aufsätze Barton Wincher für 90 €. Die Suche begann mit der Frage: „Passen die überhaupt?“ So erfuhr ich, dass meine Winschen aus Australien stammen, ihre Trommel 7,4 cm breit ist und der Hersteller längst dichtgemacht hat. Im Netz fand sich aber das PDF einer alten Barton-Broschüre, in der stand: „Size M passt auf Barlow 22“ (siehe Foto 1).

14. Juni 2024. Laut Anleitung übergoss ich sie mit kochendem Wasser, damit das Gummi weich wird. Dann führte ich einen Gurt durch die Mitte, legte die Schlaufe um die Winsch und fing an zu ziehen. Mir ging komplett die Luft aus. Ich wusste nicht, wovor ich mehr Angst haben sollte: dass ich die Aufsätze zerreiße oder dass ich sie nie draufbekomme. Ich musste mich mit vollem Gewicht in den Gurt hängen und mich dabei von der Bordwand abstoßen. So rutschte der Aufsatz Millimeter für Millimeter über die Trommel. Wieder runter bekommt man ihn wohl nur, wenn man ihn mit dem Messer in zwei Hälften schneidet.

Die Aufsätze funktionieren hervorragend: Sie halten die Leine wie ein Schraubstock. Fast wie auf großen Yachten. Ein ganz anderes Segeln. Klare Empfehlung.

Während ich das Gummi in einer kleinen Wanne badete und danach beim Aufziehen schnaufte, beobachtete ich aus dem Augenwinkel eine schöne Szene. Durch die Marina kreuzte ein Optimist – ein kleines Segelboot, das aussieht wie eine Waschschüssel mit Bettlaken. Hinten lag der Vater, weiter vorn saß ein kleines Mädchen und lernte, mit dem Wind umzugehen. Das hat mich gerührt – ein Vater teilt seine Leidenschaft mit seinem Kind. Fotografiert habe ich die beiden erst, als sie das Boot wieder an Land zogen.

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