Zurück in Kiel stand ich vor einer neuen Herausforderung. Ich musste die RASSVET so schnell wie möglich verkaufen, um Sommerliegeplatz und Winterlager auf die AURORA zu übertragen und Schiffsfunklizenz und deutsche Registrierung umzuschreiben. Die neue Yacht hatte ich schon gekauft und vereinbart, sie bis zum 20. September abzuholen.
Es schien nur noch eins zu bleiben: die RASSVET möglichst vielen Leuten zu zeigen. Je mehr Plattformen, desto größer die Chance, schnell einen neuen Eigner zu finden.
Insgeheim hatte ich auf etwa 12.000 € gehofft. Aber zu diesem Preis hätte ich die Yacht womöglich jahrelang anbieten können, bis jemand kommt, der die geleistete Arbeit und den Zustand zu schätzen weiß. Für einen schnellen Verkauf setzte ich gleich 6900 € an.
Warten
Die Anzeige erschien auf meiner eigenen Website, in zwei Telegram-Chats von Vadim Luppo, auf Boat24, Kleinanzeigen, Scanboat, Marktplaats, Botentekoop, Facebook, Instagram und YouTube. Für Anzeigen und Werbung gingen etwa 350 € drauf. Danach blieb mir nur, die Daumen zu drücken, ständig die Statistiken neu zu laden und nervös zu werden, weil sich der Verkauf kaum noch beschleunigen ließ.
Am besten zeigten die Zahlen diese Ohnmacht. Ein Video auf dem englischsprachigen Kanal von Vadim Luppo bei Instagram kam auf 274.000 Aufrufe, 4781 Likes und 102 Kommentare. Die Leute fragten nach dem Kontakt des Verkäufers. Geschrieben hat mir davon genau einer.
Auf YouTube gab es 1114 Aufrufe und einen Kommentar. Die Anzeige auf Facebook haben sechs Leute geöffnet. Die riesige Reichweite erzeugte das Gefühl, dass sich etwas tut, aber kaum Käufer.
Funktioniert haben die zwei langweiligsten Plattformen. Auf Kleinanzeigen wurde die Anzeige 2743-mal angesehen, 121 Leute haben sie sich gemerkt, acht haben geschrieben. Auf Boat24 gab es 1310 Aufrufe, 12-mal gemerkt und fünf Nachrichten. Von diesen beiden Seiten kamen alle drei Besichtigungen.
Die Leute
Auch eine Nachricht bedeutete noch kein Kaufinteresse. Zwei fragten, was der Unterhalt einer Yacht kostet. Ich habe ehrlich meine Kosten in Deutschland aufgeschlüsselt: etwa 4000 € im Jahr für Liegeplatz, Kranen, Mastarbeiten, Motorwartung, Antifouling und Versicherung. Beide meldeten sich nie wieder. Vielleicht hätte ich nicht ausgerechnet meine Zahlen nennen sollen: Vieles kann man selbst machen, und einen Liegeplatz findet man auch günstiger.
Noch jemand fragte, ob er ohne Erfahrung nächsten Sommer mit diesem Boot nach Malaysia segeln könne. Ich habe ihm vom Kauf abgeraten. Ein Italiener wollte eine Liste der Sicherheitsausrüstung, bat dann darum, den Preis zu halbieren, und verschwand ebenfalls.
Der Verkauf
An einem Wochenende rief mich ein junges Paar von Kleinanzeigen an. Sie besichtigten das Boot und wollten am nächsten Morgen raus aufs Wasser. In den drei Stunden schwankte der Wind zwischen 5 und 25 Knoten, so konnte ich die RASSVET unter ganz verschiedenen Bedingungen zeigen.
Am Abend schrieben sie, ihr Budget liege bei 4500 €. Das hat mich richtig geärgert. Ich antwortete, dass ich die Yacht ohnehin schon reduziert anbiete und höchstens auf 6500 € runtergehe. Ein paar Tage später hatten sie „ihre Sparschweine geschüttelt“ und boten 6000 €, in der Hoffnung, dass ich ihnen entgegenkomme.
Und da kam ich ins Grübeln.
Das war überhaupt nicht das, was ich wollte. Aber es war das erste echte Angebot. Für Werbung waren schon etwa 350 € draufgegangen, und bis zur Überführung der AURORA blieb weniger als ein Monat. Eine Absage hätte bedeuten können, die Anzeigen zu verlängern und für die RASSVET einen Winterplatz zu bezahlen: etwa 500 € im Wasser oder 1500 € an Land. Um das Boot teurer zu verkaufen, hätte ich erst wieder Geld und Zeit hineinstecken müssen.
Ich beschloss, beim Preis nachzugeben, statt weiter eine zweite Yacht auf den Schultern zu tragen, und willigte in 6000 € ein.
Im Nachhinein hätte ich nur Kleinanzeigen und Boat24 genommen. Zu den ursprünglichen Tarifen hätten sie etwa 70 € gekostet. Ein Fehler war auch, die Verhandlung mit meinem Mindestpreis zu beginnen. Zweitausend mehr in der Anzeige hätten Verhandlungsspielraum gelassen. Vielleicht hätte ich meine 6900 € bekommen, und die Käufer wären zufrieden gewesen, so viel heruntergehandelt zu haben.
Bilanz
Die RASSVET war nach 20 Tagen verkauft. Anzeigen und Videos kamen auf etwa 280.000 Aufrufe. Echte Besichtigungen gab es drei. Der Käufer kam über Kleinanzeigen.
#Verschiedenes
Es schien nur noch eins zu bleiben: die RASSVET möglichst vielen Leuten zu zeigen. Je mehr Plattformen, desto größer die Chance, schnell einen neuen Eigner zu finden.
Insgeheim hatte ich auf etwa 12.000 € gehofft. Aber zu diesem Preis hätte ich die Yacht womöglich jahrelang anbieten können, bis jemand kommt, der die geleistete Arbeit und den Zustand zu schätzen weiß. Für einen schnellen Verkauf setzte ich gleich 6900 € an.
Warten
Die Anzeige erschien auf meiner eigenen Website, in zwei Telegram-Chats von Vadim Luppo, auf Boat24, Kleinanzeigen, Scanboat, Marktplaats, Botentekoop, Facebook, Instagram und YouTube. Für Anzeigen und Werbung gingen etwa 350 € drauf. Danach blieb mir nur, die Daumen zu drücken, ständig die Statistiken neu zu laden und nervös zu werden, weil sich der Verkauf kaum noch beschleunigen ließ.
Am besten zeigten die Zahlen diese Ohnmacht. Ein Video auf dem englischsprachigen Kanal von Vadim Luppo bei Instagram kam auf 274.000 Aufrufe, 4781 Likes und 102 Kommentare. Die Leute fragten nach dem Kontakt des Verkäufers. Geschrieben hat mir davon genau einer.
Auf YouTube gab es 1114 Aufrufe und einen Kommentar. Die Anzeige auf Facebook haben sechs Leute geöffnet. Die riesige Reichweite erzeugte das Gefühl, dass sich etwas tut, aber kaum Käufer.
Funktioniert haben die zwei langweiligsten Plattformen. Auf Kleinanzeigen wurde die Anzeige 2743-mal angesehen, 121 Leute haben sie sich gemerkt, acht haben geschrieben. Auf Boat24 gab es 1310 Aufrufe, 12-mal gemerkt und fünf Nachrichten. Von diesen beiden Seiten kamen alle drei Besichtigungen.
Die Leute
Auch eine Nachricht bedeutete noch kein Kaufinteresse. Zwei fragten, was der Unterhalt einer Yacht kostet. Ich habe ehrlich meine Kosten in Deutschland aufgeschlüsselt: etwa 4000 € im Jahr für Liegeplatz, Kranen, Mastarbeiten, Motorwartung, Antifouling und Versicherung. Beide meldeten sich nie wieder. Vielleicht hätte ich nicht ausgerechnet meine Zahlen nennen sollen: Vieles kann man selbst machen, und einen Liegeplatz findet man auch günstiger.
Noch jemand fragte, ob er ohne Erfahrung nächsten Sommer mit diesem Boot nach Malaysia segeln könne. Ich habe ihm vom Kauf abgeraten. Ein Italiener wollte eine Liste der Sicherheitsausrüstung, bat dann darum, den Preis zu halbieren, und verschwand ebenfalls.
Der Verkauf
An einem Wochenende rief mich ein junges Paar von Kleinanzeigen an. Sie besichtigten das Boot und wollten am nächsten Morgen raus aufs Wasser. In den drei Stunden schwankte der Wind zwischen 5 und 25 Knoten, so konnte ich die RASSVET unter ganz verschiedenen Bedingungen zeigen.
Am Abend schrieben sie, ihr Budget liege bei 4500 €. Das hat mich richtig geärgert. Ich antwortete, dass ich die Yacht ohnehin schon reduziert anbiete und höchstens auf 6500 € runtergehe. Ein paar Tage später hatten sie „ihre Sparschweine geschüttelt“ und boten 6000 €, in der Hoffnung, dass ich ihnen entgegenkomme.
Und da kam ich ins Grübeln.
Das war überhaupt nicht das, was ich wollte. Aber es war das erste echte Angebot. Für Werbung waren schon etwa 350 € draufgegangen, und bis zur Überführung der AURORA blieb weniger als ein Monat. Eine Absage hätte bedeuten können, die Anzeigen zu verlängern und für die RASSVET einen Winterplatz zu bezahlen: etwa 500 € im Wasser oder 1500 € an Land. Um das Boot teurer zu verkaufen, hätte ich erst wieder Geld und Zeit hineinstecken müssen.
Ich beschloss, beim Preis nachzugeben, statt weiter eine zweite Yacht auf den Schultern zu tragen, und willigte in 6000 € ein.
Im Nachhinein hätte ich nur Kleinanzeigen und Boat24 genommen. Zu den ursprünglichen Tarifen hätten sie etwa 70 € gekostet. Ein Fehler war auch, die Verhandlung mit meinem Mindestpreis zu beginnen. Zweitausend mehr in der Anzeige hätten Verhandlungsspielraum gelassen. Vielleicht hätte ich meine 6900 € bekommen, und die Käufer wären zufrieden gewesen, so viel heruntergehandelt zu haben.
Bilanz
Die RASSVET war nach 20 Tagen verkauft. Anzeigen und Videos kamen auf etwa 280.000 Aufrufe. Echte Besichtigungen gab es drei. Der Käufer kam über Kleinanzeigen.
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