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Ausbildung

Ein paar Gedanken als Nachwort zur RYA-Ausbildung zum Coastal Skipper und zur British Offshor…

Ein paar Gedanken als Nachwort zur RYA-Ausbildung zum Coastal Skipper und speziell zur British Offshore Sailing School (BOSS).

Alle, mit denen ich gelernt habe, und ich selbst, sind auf Empfehlung an diese Schule gekommen. Um mich herum waren nur Briten. Selbst das erwähnte kanadische Paar hat britische Eltern und eine durch und durch britische Mentalität. Ihre Sprache habe ich zu 100 % verstanden. Sie dagegen waren es sichtlich nicht gewohnt, mit jemandem zu reden, dessen Muttersprache nicht Englisch ist. Das machte mich etwas verschlossen. Der Umgang selbst war dabei freundlich und respektvoll.

Der Praxisteil war intensiv, ganz anders als bei Kabestan. Wir schliefen 6–7 Stunden pro Tag, hatten morgens und abends je eine Stunde fürs Bad, und die restlichen 15 Stunden wurde trainiert. Manchmal blieb nicht mal Zeit, zu Hause anzurufen. Das zeigt schon das Logbuch: In 5 Tagen haben wir so viele Meilen gemacht wie bei Kabestan in 10. Und diese 5 Tage reichen wirklich, um ordentlich fertig zu sein.

Wir hatten 5 Aufgaben am Morgen:
• Ölstand im Motor prüfen
• Bilge lenzen
• Wassertank auffüllen
• Persenning vom Großsegel abnehmen und die Leinen vorbereiten
• Shipping Forecast und Gezeitenzeiten ins Logbuch eintragen
Jeder musste mindestens 1 davon übernehmen.

Der Tag war in etwa 3 Passagen aufgeteilt. Einer von uns wurde Skipper und machte den Passageplan. Danach holte er die Crew an den Tisch und hielt ein Briefing, das Folgendes umfasste:
• Beschreibung der Route
• Aufzählung möglicher nautischer Gefahren (hazards)
• Auswertung der Wettervorhersage
• Wo die Segel gesetzt und geborgen werden und in welcher Konfiguration (Reffs, Kurs zum Wind)
Dann verteilte er die Rollen und wechselte sie unterwegs durch. An die Pinne ging er nur zum Ab- und Anlegen, und auch diese Manöver plante er selbst. Den Rest der Zeit beobachtete er die Arbeit der Crew, behielt im Blick, wo wir waren, und führte das Logbuch.

Wir versuchten, so viel wie möglich zu segeln. Konnten wir zum Beispiel unter Groß und ohne Motor vom Anker oder von der Boje loskommen (was die Strömung nicht immer zuließ), dann machten wir das auch.

Die Planung war so klassisch wie nur möglich: Karte, Kursdreieck, Stift und Kompass. Wie habe ich mich gefreut, als uns bei null Sicht meine Berechnungen jedes Mal genau an den richtigen Punkt brachten.

Im Moment halte ich diese Schule für eine der besten, die ich bisher besucht habe. Genauso stolz bin ich aber auf all das Wissen. Das erhielt ich dort bei Denis Mironow an der Schwarzmeer-Yachtschule. Er hat aus mir einen ultrakompetenten Decksmann gemacht, dessen Knoten und Arbeit am Rigg bei vielen Anerkennung finden.

Vor allem aber habe ich das Selbstvertrauen gewonnen (und das nötige Kontingent an Meilen in Gezeitengewässern), um die Prüfung für die nächste Stufe abzulegen.

Die komplette 5-tägige Route über 105 Seemeilen gibt es zum Ansehen bei SailTies.

Als Minuspunkte würde ich nennen: Anreise ist am Montag um 8 Uhr morgens, was automatisch eine Hotelnacht vorher bedeutet. Zweitens der äußere Zustand der Yacht. Bisher der schlechteste von allen, auf denen ich war. Aber dieser Eindruck verfliegt in den ersten paar Tagen.

#Ausbildung #boss
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