Vorgeschichte
Der Weg zum RYA-Praxistörn
Was ist der Solent? Südengland. Im ersten Harry-Potter-Band machte Tante Magda, die Schwester von Onkel Vernon, Urlaub auf der Isle of Wight. Der Teil des Ärmelkanals zwischen dieser Insel und der britischen Hauptinsel heißt Solent. Was ist Kabestan? Dort habe ich 2017 die Funkprüfung abgelegt und 2018 die Theorieprüfung in Moskau.
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Was ist der Solent? Südengland. Im ersten Harry-Potter-Buch macht Magda, die Schwester von Onkel Vernon, Urlaub auf der Isle of Wight. Der Teil des Ärmelkanals zwischen dieser Insel und der Hauptinsel Großbritannien heißt Solent.
Was ist Kabestan? 2017 habe ich dort das Funkzeugnis gemacht und 2018 die Theorieprüfung in Moskau. Die Theorie war stark. Das meiste weiß ich sogar nach 4 Jahren noch.
Gebucht war April 2022. Am 18. Februar reichte ich die Unterlagen für das Visum ein. Aber ab dem 24. schien die Botschaft ihre Arbeit eingestellt zu haben. Im Reiseforum von Winski herrschte Funkstille. Am 26. Juni kam ein Brief: Der April sei vorbei, es gebe keinen Grund, mir ein Visum zu erteilen, und Widerspruch sei nicht möglich.
Die Schule verlegte die Termine auf November und schrieb ein Begleitschreiben. Am 12. Juli beantragte ich das Visum erneut, zahlte die Gebühr mit der armenischen Karte eines Kollegen und schrieb dazu, dass ich mir auch London ansehen und Freunde treffen möchte. Und schon am 26. September klebte das Visum im Pass.
#Ausbildung #kabestan
Unterwegs
Unterwegs nach England
In Heathrow wollte man an der Grenzkontrolle wissen, warum ich zwei Reisepässe habe, warum mein Visum im Frühjahr abgelehnt wurde, was ich vorhabe, ob ich dafür Geld bekomme und wann ich wieder ausreise. Im Terminal tauschte ich Geld und kaufte ein Busticket von National Express. Eine Stunde Wartezeit. Fahrt bis Southampton Coach Station: 100 Minuten.
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In Heathrow wollte man an der Passkontrolle wissen, warum ich zwei Reisepässe habe, warum mein Visum im Frühjahr abgelehnt wurde, was ich vorhabe, ob ich dafür Geld bekomme und wann ich wieder ausreise. Im Terminal tauschte ich Geld und kaufte ein Ticket für die Busse von National Express. Eine Stunde Warten.
Bis zur Southampton Coach Station 100 Min. Dann 15 Min. zu Fuß zum Bahnhof. Der Zug nach Hamble fährt einmal pro Stunde. Ich frühstückte bei Starbucks und staunte über das Waschbecken auf der Toilette: getrennte Hähne für warmes und kaltes Wasser.
Die Fahrt dauerte 20 Min. Das Handy aufladen klappte nicht, die Steckdosen sind hier nicht europäisch. Vor dem Fenster flogen Palmen vorbei, damit hatte ich im nebligen Albion nicht gerechnet. Zu Fuß zum Mercury Yacht Harbour – 40 Min. Um 12:00 Uhr stand ich auf Steg B, Liegeplatz 52, und wartete auf die Yacht Night Owl.
Unterm Strich 12 vorab durchgeplante Stunden Reise mit möglichst knappen Umstiegen. Geschlafen habe ich, wo immer es ging.
#Ausbildung #kabestan
4. November
Die Night Owl kennenlernen
Alles in allem war der Tag verschenkt. Unterricht gab es keinen. Wir kamen an, lernten uns in der Bar bei einem Teller Fish & Chips kennen, zogen auf die Yacht um und redeten dort beim Tee weiter. Ein Teil der Gruppe blieb nach dem Anlegetraining gleich da, die anderen trudelten bis 19:00 Uhr ein. Insgesamt waren wir zu fünft: ich aus Deutschland, Slava aus den USA, Rita aus Dubai, Ljoscha aus London und Danila aus Frankreich.
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Alles in allem war der Tag verschenkt. Unterricht gab es keinen. Wir kamen an, lernten uns in der Bar bei einem Teller Fish & Chips kennen, zogen auf die Yacht um und redeten dort beim Tee weiter. Ein Teil der Gruppe blieb nach dem Anlegetraining gleich da, die anderen trudelten bis 19:00 Uhr ein. Insgesamt waren wir zu fünft: ich aus Deutschland, Slava aus den USA, Rita aus Dubai, Ljoscha aus London und Danila aus Frankreich.
Jura sagte, wir seien die letzte Gruppe seiner Schule. 15 Yachten seiner Flotte hatte er schon verkauft, übrig war nur noch die Night Owl. Die Zeiten ändern sich: Corona-Beschränkungen, Visa- und Banksanktionen, kremltreue Ansichten bei vielen Kursteilnehmern… 15 Jahre Schulgeschichte, die mit dem Kauf seiner ersten Yacht begonnen hatte, gehen zu Ende.
Um 10 Uhr abends rollte ich mich in meinen Schlafsack ein und schlief ein
#Ausbildung #kabestan
5. November
Sturm und Unterricht an Bord
Mit dem Wetter hatten wir Pech. Es schüttete. Auf England hielt Hurrikan Martin zu. Aubrey machte daraus einen Unterrichtstag. 09:00. Wir begannen mit Sicherheit an Bord und der Sicherheitseinweisung der Crew. Automatische Rettungswesten wurden verteilt, und wir hörten, wie man sie wartet. Auch dem Funk widmeten wir Zeit.
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Mit dem Wetter hatten wir Pech. Es schüttete. Auf England hielt Hurrikan Martin zu. Aubrey machte daraus einen Unterrichtstag.
09:00 Uhr. Wir fingen mit der Sicherheit an Bord und der Einweisung der Crew an. Jeder bekam eine automatische Rettungsweste, und wir hörten, wie man sie wartet. Wir nahmen uns Zeit für das Funkgerät. Danach gingen wir in der Karte mögliche Routen unter Berücksichtigung von Wetter und Gezeiten durch. Wir sprachen darüber, dass man weder Papier- noch elektronischen Karten trauen kann, weil sich Grund und Untiefen nach Stürmen ständig verändern. Der beste Freund des Skippers bleibt das Echolot.
13:00 Uhr. Mittagessen. Wir schnippelten Eisberg, Gurke, Paprika und Tomate und machten das Ganze mit Öl, Essig und Salz an. Tassensuppe aufgegossen. Zwei Quiches (mit Speck und mit Kohl) in der Mikrowelle aufgewärmt und geteilt.
14:30 Uhr. Aubrey holte seinen Laptop heraus. Es folgten Folien zur Wetterkunde.
18:00 Uhr. Feierabend. Wir verbrachten 6 Stunden im Pub. Dort gab es einen großartigen Burger. In der Marina geduscht und ab ins Bett.
#Ausbildung #kabestan
Ausbildungstag
Praxis: 6. November
06.11.22. Tag 3. Aufgestanden um 7:30. Um 8:30 fingen wir an, Frühstück zu machen. Den Geschmack von Haferbrei mit Wasser versuchten wir mit Honig, Brot und Kaffee zu übertönen. Die Vorhersage für die Woche ist wenig tröstlich. Wir werden in dem Wetter segeln müssen, das eben da ist. Skipper des Tages: Danila. Während er die Route zur Ocean Village Marina absteckte, machten wir die Yacht klar.
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Die Wettervorhersage für die Woche war wenig tröstlich. Wir würden bei dem Wetter segeln müssen, das eben da war. Skipper des Tages: Danila. Während er die Route zur Ocean Village Marina ausarbeitete, machten wir die Yacht klar. Wir banden das 3. Reff ein und setzten die Sturmfock.
Ablegen um 10:00 Uhr. Es ging Richtung Southampton. Aubrey kam nur selten aus seiner Kabine. Wir wechselten uns selbst an Steuer und Winschen ab, trimmten die Segel und behielten die Lage im Blick. Mittags gab es Hühnerpastete und Tassensuppe während der Fahrt. Nach 7 sm waren wir gegen 6 Uhr abends da. In stockfinsterer Nacht brauchten wir zum Anlegen nur 3 Anläufe.
Zum Abendessen garten wir große Kartoffeln in der Mikrowelle, wärmten Bohnen in Tomatensoße auf und schnippelten einen Salat aus Eisberg, Paprika, Zwiebel, Gurke, Essig, Öl, Salz und Pfeffer.
Nützliche Websites:
- Daten der Wetterboje im Solent https://www.bramblemet.co.uk/
- Wetterkarten für Großbritannien http://weather.mailasail.com/Franks-Weather/Latest-Uk-Forecast-Charts-5-Days
#Ausbildung #kabestan
Wetter auf der Passage
Ausbildungstag
Praxis: 7. November
07.11.22. Tag 4. Aufgestanden um 7:30. Haferbrei mit Äpfeln und Honig gekocht. Ljoscha goss noch Milch dazu. Kaffee aufgebrüht. Wir begannen mit Theorie und gingen die gestrige Passage auf den Karten durch. Danach ein Vortrag über SOLAS V. Alexei wurde zum Skipper ernannt. Er musste einen Passageplan von Southampton nach Yarmouth erstellen. 17 Seemeilen.
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Wir begannen mit Theorie und gingen die Passage von gestern in der Karte durch. Danach ein Vortrag über SOLAS V. Alexei wurde zum Skipper bestimmt. Er musste eine Passage von Southampton nach Yarmouth planen. 17 Seemeilen. Mit dem Strom, aber gegen den Wind. Plan B war Cowes. Das sind etwa 10 sm.
Auf dem Wasser war es hart. Wind 20 Knoten, Böen bis 26. Alle 20–30 Minuten wechselten wir die Positionen. Aubrey wärmte für uns Pasteten und Tassensuppen auf. Als wir ins offene Wasser kamen, wurde es noch schlimmer. In der Spitze erreichte der Wind 41–47 Knoten. Der Strom stand gegen uns. Die Regentropfen flogen fast waagerecht. Wir übten Schwerwettertechnik. Zum Handyrausholen war keine Zeit. Gegen 17:00 Uhr rauschten wir völlig erledigt unter Segeln in die Marina Cowes Yacht Haven.
Abendessen im Pub Anchor Inn. Ich nahm eine Portion Rinderleber mit Speck, Erbsen und Kartoffelpüree und dazu Knoblauchbrot mit Mozzarella für den ganzen Tisch.
#Ausbildung #kabestan
Wetter auf der Passage
Ausbildungstag
Praxis: 8. November
08.11.22. Tag 5. Vom Abendessen waren ein paar Kartoffeln übrig. Aubrey warf sie mit Gemüse und Eiern in die Pfanne. Heraus kam Shakshuka. Uns wurde klar, dass wir zum Orkan Martin auch noch Springtiden abbekommen hatten. Die Menge an Erfahrung in dieser Ausbildung ist der Wahnsinn. Ein Spaziergang durch Cowes. Wir schauten uns die Kanonen der Prinzessin an.
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Wir bummelten durch Cowes und schauten uns die Kanonen der Prinzessin an. Die Stadt wirkt sehr ursprünglich. Viele Yachtausrüster mit Herbstschlussverkauf. Im Salon hörten wir einen Vortrag über die Gezeiten.
Der Plan: eine kurze Passage von 2–3 sm zum Buckler’s Hard Yacht Harbour. Skipper war Slava. Eigentlich sollte das etwa eine halbe Stunde dauern. Aber wieder gerieten wir in eine Bö mit 43 Knoten und brauchten 2 Stunden. Diesmal war es schon nicht mehr so beängstigend.
Ein paar Kilometer vor der Marina machten wir an einer Boje fest und aßen Lasagne mit Salat. Wegen der Ebbe berührte der Kiel fast den Grund. Nach der Ankunft erwarteten uns noch ein paar Stunden Folien über Gezeiten.
Abends fanden wir, durch Pfützen watend, die Yachtsman’s Bar. Zu essen gab es dort nur Chips, Oliven und Pommes. Dafür saßen wir bis zur Sperrstunde am Kamin und wurden ordentlich geräuchert.
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Wetter auf der Passage
Ausbildungstag
Praxis: 9. November
09.11.22. Tag 6. Morgens Haferbrei. Heißer Toast mit Butter und Marmelade macht ihn etwas essbarer. Danil verlor den Münzwurf und wurde Skipper des Tages. Es geht zurück zum Mercury Yacht Harbour. Für den achterlichen Wind haben wir Bullenstander vorbereitet. Es blies mit bis zu 26 Knoten. Auf raumen Kursen war es stellenweise beängstigend.
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Danila verlor beim Münzwurf und wurde Skipper des Tages. Es geht zurück zum Mercury Yacht Harbour. Für den achterlichen Wind bereiteten wir Bullenstander vor. Es blies mit fast 26 Knoten. Raumschots zu segeln war stellenweise beängstigend. Vor allem, wenn wir das Fahrwasser der großen Frachter querten.
Nach der Ankunft kochte Aubrey Pasta Bolognese. Rita wollte ins Zentrum zum Einkaufen laufen, und ich kam mit. Hamble an Land hat mir gefallen. Kleine, schiefe zweistöckige Häuser, dicht an dicht auf hügeligem Gelände, schaffen eine ungewöhnliche, gemütliche Atmosphäre. Aber der Friedhof… Der wirkt wie direkt aus Diablo II, mit einem keltischen Einschlag. So etwas hatte ich in echt noch nie gesehen.
Wir verabschiedeten uns von Alexei. Später kam an seiner Stelle Julia @Yulia_Yakusheva aus Moskau, mit der wir im Restaurant bei einem Teller Fish & Chips saßen. Abends kamen Vorräte aus dem Laden, und Danila nähte Taklinge an die Tampen der Leinen.
Jetzt sind wir 3 Day Skipper und 2 Coastal, und es gibt mehr zu lernen.
#Ausbildung #kabestan
Wetter auf der Passage
Ausbildungstag
Praxis: 10. November
10.11.22. Tag 7. Zum Frühstück gab es Aubreys Shakshuka mit Slawas Toast. Die Coastal Skipper begannen mit dem Passageplan nach Thornham Marina, Chichester, wohin der Ausbilder die Yacht später überführen muss. Die Day Skipper planten den Weg in die Osborne Bay zum Ankern. Julia verlor den Münzwurf und wurde gleich an ihrem ersten Tag Skipperin.
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Die Coastal Skipper fingen an, eine Passage zur Thornham Marina in Chichester zu planen, wohin der Ausbilder die Yacht später überführen muss. Die Day Skipper setzten den Kurs zu einem Ankerplatz in der Osborne Bay ab.
Julia verlor beim Münzwurf und wurde gleich an ihrem ersten Tag Skipperin. Sie musste das Logbuch führen, die Aufgaben in der Crew verteilen und selbst an- und ablegen.
Die ~7,5 sm bis zum Ankerplatz schafften wir auf einem Bug. Wir brühten Tassensuppen auf, wärmten Tiefkühllasagne auf und schnippelten Salat, in den Danila statt Tomaten Äpfel warf.
Nach einer Pause planten die Coastals den Rückweg zur Ocean Village Marina, 15 Seemeilen mit nächtlichem Einlaufen in die Bucht. Zurück im Hafen gingen wir ins Pub Spoons, wo man mir einen grauenhaften Burger servierte, über den der ganze Tisch lachte.
Abends beim Tee schlug Danila vor, durchzusprechen, wie wir von unserem Ponton ablegen würden. Ab da machten wir das jeden Tag.
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Wetter auf der Passage
Ausbildungstag
Praxis: 11. November
11.11.22. Tag 8. Geschnittenes Obst rettet den Haferbrei nicht. Toast mit Erdbeermarmelade dagegen schon. Ich bin Skipper. Ich habe den Passageplan von Ocean Village nach Hamble Mercury Yacht Harbour erstellt. 7,5 Meilen. Nach dem Ablegen ließ Aubrey jeden von uns auf dem Teller drehen und längsseits an den Steg gehen.
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Heute bin ich Skipper. Ich plante die Passage von Ocean Village nach Hamble, zum Mercury Yacht Harbour. 7,5 sm. Nach dem Ablegen ließ Aubrey jeden von uns auf der Stelle drehen und längsseits an einer Pier anlegen. Am Tankerterminal drehten wir bei und setzten Tee auf. Aufgewärmt segelten wir den Fluss hinauf zur Marina, um das Anlegen auf engem Raum zu üben.
Mittags gab es aufgewärmtes Hähnchen mit Salat.
Jetzt legten wir mit dem Heck an, mit einer 90-Grad-Drehung. Danila gab mir einen Tipp, der Gold wert ist: Manöver so langsam fahren, dass die Fahrt gerade noch zum Steuern reicht. Danach liefen wir gegen den Strom eine Tonne an, bis wir ganz standen, und ließen uns per Ferry Glide an einen Ponton versetzen, wo wir uns wieder mit Tee aufwärmten. Eine Stunde später war es dunkel. Aubrey übernahm das Steuer und zeigte uns Nachtnavigation.
Zum Abendessen gab es Ravioli in der Hamble Marina. Margarita und Julia wurden die nächsten Skipperinnen. Rita sollte uns von Hamble Port nach Newtown bringen, Julia von Newtown nach Yarmouth.
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Wetter auf der Passage
Ausbildungstag
Praxis: 12. November
12.11.22. Tag 9. Zum Frühstück ein gekochtes Ei, Toast, Marmelade, Käse, Bananen. Ich schaffte es noch schnell zum Bootsausrüster: ein paar Segelbücher und ein Bootsmannsmesser von Gill. Raus aus Hamble. Der Wind kam genau von vorn. Bevor wir Kurs auf Newtown nehmen konnten, mussten wir mehrmals wenden. Währenddessen paddelten zwei Kajakfahrer in unserem Kielwasser.
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Wir liefen aus Hamble aus. Der Wind kam von vorn. Bevor wir Kurs auf Newtown nehmen konnten, mussten wir ein paar Wenden fahren. Währenddessen paddelten zwei Kajakfahrer in unserem Kielwasser. Wind 12–16 Knoten. Lange suchten wir die richtige Kardinaltonne, weil wir wegen des Muschelbewuchses Nord mit Ost verwechselt hatten.
Wir gingen vor Anker. Salat geschnippelt, Pasteten in den Ofen, heißes Wasser auf die Tassensuppe. Es war sonnig und ruhig. An solchen Tagen hast du zu gar nichts Lust.
Eine Stunde später riggten wir einen Bullenstander und nahmen raumen Kurs auf Yarmouth. Uns kam ein starker Ebbstrom entgegen, gegen den das Segel nicht ankam. Wir machten im Päckchen an anderen Yachten fest.
Wir konnten noch durch die Touristengassen bummeln und in eine Bar und einen Laden schauen. Ob von der Sonne oder vom Wind im Gesicht – auf einmal war ich schmerzhaft müde.
Danila kochte zum Abendessen Pasta aus Zutaten, die wir in der Stadt gekauft hatten.
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Wetter auf der Passage
Ausbildungstag
Praxis: 13. November
13.11.22. Tag 10. Zum Frühstück Omelett mit Kartoffeln und Tomate à la Shakshuka. Aubrey verhängte alle Fenster im Salon und verbot den Coastals, an Deck zu kommen. Ihre Aufgabe: Blindnavigation – uns von Yarmouth bis zur Mündung des River Itchen bringen.
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Aubrey verhängte alle Fenster im Salon und verbot den Coastals, an Deck zu kommen. Ihre Aufgabe: Blindnavigation, also uns von Yarmouth bis zur Mündung des Itchen bringen. Wir Day Skipper dagegen mussten das Schiff selbstständig führen, Kurs halten, Wenden fahren und auf die KVR achten. Den Coastals durften wir nur den Kompasskurs, die laut Log gelaufenen Seemeilen und Tonnen nennen, sofern sie keine 50 Meter von uns entfernt waren. Für sie war das richtig hart.
Vor Ort übten wir Mensch über Bord, indem wir die Yacht beidrehten. Danach gingen wir vor Anker und aßen Quiche mit Salat zu Mittag.
Danach wurde getauscht. Wir Day Skipper gingen in den Salon hinunter und navigierten nach Cowes. Unsere genaue Position kannten wir nicht, also kamen alle möglichen Methoden der Positionsbestimmung zum Einsatz.
In der Stadt tankten wir. Wir hörten einen Vortrag über die KVR und elektronische Navigationshilfen. Zum Abendessen gab es die Pasta von gestern und Tiefkühlreis mit Bohnen-Chili.
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Wetter auf der Passage
Ausbildungstag
Praxis: 14. November
14.11.22. Tag 11. Morgens Haferbrei mit Obst und Honig. Leider der letzte Tag, an dem man über seinen bescheidenen Geschmack lästern kann. Ein Spaziergang durch Cowes. Ich kaufte britische Süßigkeiten und schaute in einen Buchladen und ein paar Bootsausrüster. Um 10:00 ging es zurück nach Mercury.
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Wir bummelten durch Cowes. Ich kaufte britische Süßigkeiten und schaute in eine Buchhandlung und ein paar Yachtausrüster. Um 10:00 Uhr ging es zurück zum Mercury. Margarita meldete sich freiwillig als Skipperin. Danila musste um 3 Uhr nachmittags seinen Bus erwischen, und der Wind brachte es kaum auf 5 Knoten. Wir motorten den ganzen Weg.
Nach der Ankunft wärmten wir Pasteten fürs Mittagessen auf, zogen uns um und packten die Koffer. Aubrey fing an, die Yacht sauber zu machen, und wir gingen nach Hamble zu Force 4 Chandlery, um Logbücher zu kaufen. Zurück an Bord bekamen wir seine Unterschrift und die Zertifikate. Jetzt blieb nur noch, ein Taxi zu rufen und die Night Owl für immer zu verlassen.
Auf dem Beifahrersitz bei Linksverkehr zu sitzen tut weh. Seelisch weh. Ich übernachtete in einem Hotel bei Heathrow und hatte die ganze Nacht Karussell im Kopf: Der Seegang schaukelte noch nach.
Nach dem Rückflug feierten Mascha und ich den Abschluss in einem kleinen mexikanischen Restaurant bei uns um die Ecke. Jetzt bin ich offiziell RYA Day Skipper.
#Ausbildung #Dokumente #kabestan
Wetter auf der Passage
