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Bootskauf

Alle Yachten, die ich in Deutschland herausgesucht hatte, verwarf Alexei als zu teuer.

Alle Yachten, die ich in Deutschland herausgesucht hatte, verwarf Alexei als zu teuer. Wir entschieden uns für eine Marieholm 32 für 12.500 € in Bergen. Der Verkäufer stammt aus Estland und spricht Russisch. Auf den Fotos sah alles prima aus: ein geschweißtes Gestell für Solarpaneele im Cockpit, ein Bugspriet für den Gennaker, Maststufen, ein großer Segelsatz und jede Menge Verbesserungen. Innerlich war ich bereit zu zahlen. Alexei schickte mir eine Checkliste für die Besichtigung und erinnerte mich an die unverzichtbare Probefahrt auf dem Wasser.

Am 1. April um 10 Uhr morgens ging ich an Bord. Der verlebte Zustand sprang sofort ins Auge: Das Holz fault, Kocher und Beschläge zerfallen vor Rost. Der Motor sprang beim 5. Versuch mit Vollgas an, stieß eine weiße Wolke aus, die den halben Steg einhüllte, und verspritzte Kühlflüssigkeit und Öl um sich herum. Ich machte eine kleine Runde mit Längsseitsanlegen und Drehen auf dem Teller. Der weiße Rauch kam immer weiter, begleitet von einem lauten, rhythmischen Knattern.

Nebenbei erzählte der Eigner von einem zweiten Käufer, der bereit sei, ungesehen zu kaufen, weil er für eine Atlantiküberquerung ohnehin Motor und Elektrik ersetzen wolle. Da ich mich aber zuerst gemeldet hatte, hätte ich Vorrang. Ich dagegen hatte den Eindruck, dass man die Yacht schlicht links liegen gelassen und sich nur ein paar Wochen im Jahr an sie erinnert hatte.

Am Abend riet mir Alexei, vom Kauf abzusehen. Der Motor macht es nicht mehr lange. Kauf und Einbau eines neuen – mindestens 10.000 €. Ich erzählte ihm von meinen Bedenken, dass sie sich wegen des Langkiels schwer steuern lässt. Aber Alexei beruhigte mich: Daran gewöhnt man sich in ein paar Wochen. Norwegen hat mich erobert, die Yacht nicht. Einen Monat später stand sie immer noch zum Verkauf, jetzt für 8500 €.

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