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Notizen

Meine Arbeit

Stell dir vor: Tief unten im Meer liegen 80 Jahre alte Kriegsgranaten, die jederzeit hochgehen, Unterwasserarbeiten in der Nähe stoppen und die ganze teure Technik zerstören können. Das ist eine der Aufgaben, mit denen ich in meiner Arbeit zu tun habe.

Erst einmal das Allgemeine. Ich bin Big-Data-Programmierer. „Big“ heißen die Daten, weil sie nicht auf einen einzelnen Computer passen. Für die Speicherung braucht man zum Beispiel mehrere Petabyte Plattenplatz. Meine Aufgabe ist es, die Ressourcen des ganzen Clusters optimal zu nutzen, um sie effizient zu verarbeiten. Früher habe ich bei Megaputer Intelligence, MailRU Search und Odnoklassniki gearbeitet und eigene Kurse für Studierende von GeekBrains und der Polytechnischen Universität Sankt Petersburg gegeben. Mein LinkedIn (wenn du dich vernetzen willst, schreib bitte dazu, dass du von hier kommst).

Seit ein paar Jahren arbeite ich bei north.io GmbH als Big Data Lead Architect. Das ist ein wissenschaftliches Start-up, das einen Cloud-Katalog für Meeresdaten entwickelt, mit dem man Forschungsdaten von Schiffen sicher hochladen, speichern und teilen kann.

Meeresdaten sind oft aufgezeichnete Signale verschiedener Sensoren: NMEA, GPS, Beschleunigungssensoren, Echolote und andere Geräte. Mit ein bisschen Mathematik machen wir daraus eine vollwertige Bathymetrie – eine Karte des Meeresbodens mit unglaublicher Genauigkeit bis auf wenige Zentimeter. Außerdem schreiben wir Werkzeuge, um das Ergebnis auszuwerten: verdächtige Objekte finden, detaillierte Höhenkarten erstellen und Bodenbereiche klassifizieren. Auf den Aufnahmen habe ich sogar schon ein gesunkenes Flugzeug gesehen. Leider ein Einzelfall. Meist zeigen die Monitore nur gleichförmigen Sand mit leichten Rippeln von den Wellen.

Neben den Karten digitalisieren wir Archivdokumente aus dem Zweiten Weltkrieg. Während des Krieges und der anschließenden Entwaffnung Deutschlands ist den Menschen nichts Klügeres eingefallen, als die gesamte Munition einfach ins Wasser zu kippen. Stürme und Strömungen haben sie über den Meeresboden verteilt und mit Sand bedeckt. Heute beginnen diese Granaten nicht nur Giftstoffe freizusetzen, die Flora und Fauna im Meer vergiften, sie behindern auch den Bau von Windparks und das Verlegen von Gas- und Ölleitungen und Glasfaserkabeln. Deshalb scannen Firmen vor allen Bauarbeiten gründlich den Meeresboden, um ungewollte Detonationen zu vermeiden.

Mir bringt die Arbeit die Freude am Lösen schwieriger Aufgaben und das Gefühl, etwas zum Umweltschutz und zum Ausbau erneuerbarer Energien beizutragen.

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